Frauen am Bau

Karl Weidlinger, Swietelsky: ""Quote schadet dem Image der Frauen"

Die Chefs der Top-Five-Bauunternehmen Österreichs im Interview zu Frauenanteil und -strategie in ihren Firmen.

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SOLID: Wie steht es um den Frauenanteil bei Swietelsky? Sind Sie zufrieden?

Weidlinger: Im technischen Bereich ist Aufholbedarf gegeben. Das muss aber bereits bei der Motivation im Kleinstkindesalter beginnen, indem auch Mädchen für Technik begeistert werden. Das bedeutet, dass die Früchte dieser Motivation frühestens in 15 – 20 Jahren zu ernten sein werden, wenn sofort begonnen wird.

Warum will man eigentlich mehr Frauen "am Bau“? 

Weidlinger: In unserem Betrieb haben wir mit Frauen als Technikerinnen bisher immer gute Erfahrungen gemacht. Eine Frau im Team bringt oftmals ein angenehmeres Klima bei Diskussionen. Außerdem wird man mit Männern alleine den Bedarf an Technikern nicht decken können.

Was sagen Sie grundsätzlich zu verpflichtenden Frauenquoten - wie etwa 30% in AR verpflichtend ab 1.1.2018? 

Weidlinger: Von einer verpflichtenden Quote halte ich grundsätzlich nicht viel. Erst mit der Breite an Frauen in der Technik wird die Spitze wachsen. Ich denke, eine Quote schadet dem Image der Frauen allgemein, denn damit werden auch qualifizierte Frauen als Quotenfrau gebrandmarkt.

Gibt es bei Ihnen im Betrieb Vorzeigefrauen?

Weidlinger: Unsere Vorzeigefrauen zeige ich lieber nicht vor, denn sonst werden sie uns weggeschnappt.

Die vollständigen Interviews und die von den Meinungen der Top-Five-Chefs teils abweichenden Ergebnisse einer SOLID-Umfrage finden Sie im ePaper von SOLID 11/2017!