Österreich

Mehr Dividende und Investitionsausbau bei der BIG

Als einer der größten Auftraggeber für die Bauwirtschaft hat die Bundesimmobiliengesellschaft voriges Jahr 1,08 Mrd. Euro in Bautätigkeiten investiert, nach 869 Mio. Euro im Jahr davor.

BIG Bilanz Österreich

Die BIG-Geschäftsführung aus Hans-Peter Weiss und Wolfgang Gleissner

Die BIG habe damit konjunktur- und beschäftigungsstützend gewirkt, erklärte das Unternehmen am Dienstag. Eine aktuelle IHS-Studie zeige, dass 85 Prozent der Investitionen als Wertschöpfung in Österreich bleiben. 2021 bis 2025 würden die Investments über 53.000 Vollzeitjobs sichern.

Von den vorjährigen Investitionen entfielen 931,9 (723,2) Mio. Euro auf Bautätigkeiten im Bestands- und Entwicklungsgeschäft und 147,8 (145,9) Mio. Euro auf Instandhaltungen. Allein im Unternehmensbereich Schulen sollen bis zum Jahr 2030 in 250 Projekten an Bundesschulen insgesamt 2,4 Mrd. Euro in Sanierung, Erweiterung und Neubau investiert werden, heißt es im Geschäftsbericht.

Von den 2.003 Liegenschaften der BIG entfielen 410 auf den Bereich Schulen, 206 auf Universitäten, 822 auf Spezialimmobilien sowie 565 auf Büro- und Wohnimmobilien. Der Bereich Büroobjekte, Wohn- und Gewerbeimmobilien wird in der Tochter ARE Austrian Real Estate bewirtschaftet. Insgesamt hat die BIG über 7,3 Mio. m2 vermietbare Fläche, vor allem in Wien (2,98 Mio. m2), der Steiermark (1,15 Mio. m2), NÖ (776.000 m2) und OÖ (762.000 m2). Ende 2020 war das Portfolio 13,8 (12,8) Mrd. Euro wert (Fair Value).

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An Mieterlösen nahm die BIG Jahr 896,3 Mio. Euro ein, um 18,1 Mio. mehr als 2019. Das Plus stammt aus Ankäufen, Projektfertigstellungen und Neuvermietungen (+19,4 Mio. Euro), Flächenanpassungen (+4,2 Mio. Euro) und Indexanpassungen (+0,7 Mio. Euro). Das operative Ergebnis (EBITDA) verbesserte sich um 44,8 Mio. auf 731,1 Mio. Euro - hauptsächlich bedingt durch den Anstieg der Mieterlöse, wie es heißt.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag mit 1,070 Mrd. um 3,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Dieser negative Effekt resultierte primär aus dem Bewertungsergebnis (-84,9 Mio. Euro) und konnte nur teils durch den Anstieg des EBITDA ausgeglichen werden. Das Neubewertungsergebnis des BIG-Konzerns stamme großteils aus gestiegenen Bodenwerten und höheren Gebäudewerten bei Immobilien in guten und sehr guten Lagen infolge der anhaltend positiven Marktentwicklung. Diese Entwicklung habe sich jedoch gegenüber 2019 abgeflacht, wodurch der Periodengewinn um 36,5 Mio. auf 759,1 Mio. Euro gesunken sei.

Die Republik Österreich soll von der BIG für das Vorjahr 230 Mio. Euro Dividende erhalten, mehr als für die beiden Jahre davor, als jeweils 200 Mio. Euro gezahlt wurden. Insgesamt möchte die Geschäftsleitung für 2020 eine Dividende von 233,1 Mio. Euro beschließen, von denen 230,0 Mio. Euro an den Eigentümer ausbezahlt werden sollen, heißt es im Geschäftsbericht. Die 230 Mio. Euro stellen eine Rückkehr zum Dividendenniveau für das Jahr 2017 dar.

Der Rest von 3,1 Mio. Euro solle mit Forderungen gegengerechnet werden. Zum verbleibenden Bilanzgewinn wird vorgeschlagen, 23,1 Mio. in die freie Rücklage umzubuchen und 20,0 Mio. auf neue Rechnung vorzutragen. Diesen Gewinnverwendungsvorschlag müsse noch der Aufsichtsrat prüfen und die Generalversammlung beschließen.

Die Eigenkapitalquote der BIG lag stabil bei 54 Prozent. Von den 3,960 Mrd. Euro Finanzierungsvolumen Ende 2020 seien 3,120 Mrd. oder rund 79 Prozent auf langfristige Finanzierung mit über einem Jahr Restlaufzeit entfallen. Der BIG-Konzern umfasst 168 Gesellschaften und steht zu 100 Prozent im Eigentum der Staatsholding ÖBAG. (APA)