Köpfe & Karrieren

Matthias Unger neuer Vorsitzender der Jungen Industrie

Lesen Sie hier, was sich der Stahlbau-Spezialist vorgenommen hat.

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Matthias Unger, bisher Vorsitzender der Landesgruppe Niederösterreich/Burgenland, übernimmt die Funktion des Bundesvorsitzenden von Andreas Wimmer, der dieses Amt seit 2017 innehatte. Stellvertretende Bundesvorsitzende werden Katharina Rhomberg-Shebl, Vorsitzende der JI-Vorarlberg, sowie Nikolaus Griller, Vorsitzender der JI-Wien. „Ich bin sehr dankbar über die Wahl zum JI-Bundesvorsitzenden und freue mich, dass ich die nächsten Jahre gemeinsam mit einem starken Vorsitzteam gestalten kann!“, so Matthias Unger nach erfolgter Wahl. „Großer Dank gebührt meinem Vorgänger Andreas Wimmer für die Impulse, die er in den vergangenen Jahren gegeben hat.“ In den nächsten drei Jahren solle der eingeschlagene Weg, die thematische Arbeit innerhalb der JI stärker zwischen den Landesgruppen zu koordinieren, fortgesetzt und verstärkt werden. „Persönlich werde ich einen Schwerpunkt im Bereich der Digitalisierung setzen – denn auch wenn Corona hier einen gewissen Innovationsschub im Land verursacht hat, müssen wir dringend noch mehr tun. Dies ist entscheidend für unseren Erfolg als Wirtschaftsstandort“, so Unger.

Digitalisierung vorantreiben, Startups in Österreich halten

Im Zusammenhang mit der Digitalisierung wolle man sich in der JI etwa auch dem Thema Startups wieder stärker widmen, wie der Bundesvorsitzende weiter ausführte: „Unser ‚Pitch im Paternoster‘ findet heuer, wenn auch nur digital, bereits zum sechsten Mal statt. Aber wenn wir innovative, junge Unternehmen in Österreich halten und großwerden lassen wollen, wird es mehr brauchen als unterhaltsame Veranstaltungen.“ Partnerschaften zwischen etablierter Industrie und innovativen Startups seien in den vergangenen Jahren zwar bereits „normaler“ geworden, aber es gebe hier noch „Optimierungsbedarf“. Weiters gelte es auch, den rechtlichen Rahmen sowie den Bereich der Aus- und Weiterbildung zu adressieren. „Es braucht allgemein ein Umdenken, gesellschaftlich etwa in Richtung einer ‚Kultur des Scheiterns‘, aber sicher auch innerhalb der etablierten, traditionellen Industrie.“ In Österreich sei hier keineswegs alles „schlecht“, so Unger, aber: „Andere Länder machen es besser, das kostet uns Arbeitsplätze und Wertschöpfung“.

Vereinbarkeit braucht zeitgemäße Rahmenbedingungen

Das Thema der „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ beschäftige die JI bereits seit langem, nun aber wolle man in mehreren Landesgruppen koordiniert und intensiver zum Thema aktiv werden, so Katharina Rhomberg-Shebl: „Das Thema hat mehrere Dimensionen, in Österreich fehlt es - vor allem im ländlichen Raum - manchmal schlicht an zeitgemäßen Strukturen im Bereich der Kinderbetreuung. Leider sind hier die Zuständigkeiten auch stark föderal zersplittert.“ Des Weiteren müsse aber auch in anderen Bereichen mehr getan werden, um Familien in Österreich besser zu unterstützen: „Österreich sollte sich zum Ziel setzen, zum familienfreundlichsten Land zu werden. Die Rahmenbedingungen sollten es im Idealfall jedem ermöglichen, seine Familienplanung flexibel und selbstbestimmt zu gestalten - dabei sind klarerweise auch wir als Arbeitgeber gefordert. Es ist sehr stark auch ein gesellschaftspolitisches Thema. Eltern sollten die freie Wahl haben – und dabei sind Väter genauso wie Mütter gemeint“, wie Rhomberg-Shebl betonte. Aus Sicht des Wirtschaftsstandortes sei eine bessere Vereinbarkeit ökonomisch sinnvoll, da aktuell „dem Arbeitsmarkt viele, sehr gut ausgebildete Frauen verloren gehen“.

White Paper zum Thema

Generationengerechtigkeit und Zukunft Europa

Einige „klassische“ JI-Themen werde man beibehalten, so etwa einen Schwerpunkt zum gemeinsamen Europa oder dem Thema Generationengerechtigkeit, wobei man an letzterem „alleine aufgrund der aktuellen Entwicklungen ohnehin schwer vorbeikommt. Die aktuelle Krise wird die Schieflage des heimischen Pensionssystems sicher verschärfen, aber auch in anderen Bereichen kommen gerade Jüngere immer mehr unter Druck“, wie Nikolaus Griller ausführte. Es gehe hier vor allem auch um die Frage nach der Chancengerechtigkeit: „Wir verlieren im Bildungssystem viele junge Menschen auf dem Weg zum Arbeitsmarkt: das war bereits vor Corona so, verschärft sich aber aktuell. Zudem werden die Jüngeren irgendwann den Schuldenberg abtragen müssen, den wir gerade aufhäufen“, so Griller, der daher für eine möglichst rasche Rückkehr zu einer energischen Budgetkonsolidierung nach der Krise plädierte. Gerade mit Blick auf die jüngeren Genrationen sei der JI zudem das gemeinsame Europa ein Herzensanliegen: „Europa ist und bleibt unsere Zukunft. Der Austritt Großbritanniens sowie die Corona-Krise sind schwere Belastungen für die europäische Solidarität und Gemeinschaft – gerade in Österreich sollten wir daher konstruktiv an der Gestaltung der Zukunft der EU mitarbeiten“, so Griller. (PM)