AKW-Bau

Litauen sagt den Bau des geplanten AKW ab

In einer Volksbefragung votierte eine große Mehrheit gegen das Projekt - jetzt sagt der designierte litauischer Premier den umstrittenen AKW-Bau in Visaginas ab.

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Das in Visaginas geplante Atomkraftwerk wird nicht gebaut. Er wolle den Willen der Litauer respektieren, sagte der Vorsitzende der Sozialdemokraten und voraussichtlich künftige Ministerpräsident Litauens, Algirdas Butkevicius. "Die Menschen haben ihren Willen in dem Referendum ausgedrückt und ich will diesem Willen folgen", sagte Butkevicius dem Nachrichtenportal 15min.lt.

Referendum zeitgleich zur Parlamentswahl


Bei dem vor knapp zwei Wochen zeitgleich mit den litauischen Parlamentswahlen durchgeführten, rechtlich allerdings nicht bindenden Referendum hatte sich eine deutliche Mehrheit gegen das von der noch amtierenden Mitte-rechts-Regierung initiierte Projekt ausgesprochen.

Butkevicius betonte, dass seine Sozialdemokraten die Atomenergie nicht generell ablehnten. Es sei daher durchaus möglich, dass eines Tages doch ein Atomkraftwerk in Litauen, eventuell an einem anderen Standort, gebaut werde.

Der ursprüngliche Plan - 62 Prozent dagegen

In Visaginsas wollten die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie der japanische Hitachi-Konzern als strategischer Investor ein AKW bauen, um von russischen Energieimporten unabhängiger zu werden. Bei dem Referendum stimmten 62 Prozent gegen das Vorhaben.  (apa/pm)