Clemens Neubauer ist Abteilungsleiter, BIM Excellence - Digital Unit bei der PORR

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Lean und BIM: die Transformation der Bauindustrie

Die Digitalisierung bestehender Prozesse und Wertschöpfungsketten zählt heute für Unternehmen zu den wichtigsten Herausforderungen, um auch künftig wettbewerbsfähig zu bleiben.

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Der Verfasser dieses Gastbeitrags Clemens Neubauer ist Abteilungsleiter, BIM Excellence - Digital Unit bei der PORR.

Auch in der Bauindustrie sind die Auswirkungen des digitalen Kulturwandels deutlich spürbar. Wichtige Impulstreiber sind Building Information Modelling (BIM) und LEAN Management.

Mit Lean Management wird die Wertschöpfung für die Auftraggeberin bzw. den Auftraggeber entscheidend optimiert – und das bei bestmöglichem Ressourceneinsatz.  So werden Prozesse in allen Planungs- und Bauphasen schlanker und die Projektabwicklung effizienter. Nicht zuletzt, weil alle Beteiligten direkt miteinander kommunizieren können.

Speziell dieser Vorteil ist das Ergebnis von BIM. Dank dieser Arbeitsweise entsteht ein durchgängiges Datenmodell, das alle Fachplanungen, Bauphasen und -abschnitte abbildet. Von Planung und Kalkulation über Bauausführung und Innenausbau bis hin zum Betrieb von Objekten über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg.

Damit der Wandel traditioneller Bauprozesse gelingt und Unternehmen von der Digitalisierung tatsächlich profitieren, sind Mut zur Veränderung, ein grundlegendes Umdenken in der Baubranche sowie einheitliche Branchenstandards notwendig. Doch was genau hindert das Entstehen eines optimalen Umfelds in der Baubranche?

Datensicherheit: Stärkerer Fokus auf Cloudlösungen

Daten sind essenziell für den künftigen Unternehmenserfolg und gelten zu Recht als Gold des 21. Jahrhunderts. Gleichzeitig beschäftigt uns das Thema Datensicherheit in fast allen Bereichen unseres Lebens – sei es als Privatperson, als Person des öffentlichen Interesses oder in der Berufswelt. Vereinzelt löst die Sammlung und Auswertung projektbezogener Daten in der Cloud Unsicherheiten aus. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen, Entscheiderinnen und Entscheider den Umgang mit digitalen Informationen jedoch grundlegend überdenken und verstärkt auf Cloudlösungen setzen. Ortsunabhängiger Zugriff auf digitale BIM-Modelle mittels aller verfügbaren Endgeräte ist dabei von zentraler Bedeutung. Zukunftsfähige Bauunternehmen setzen bei der Projektumsetzung auf hochvernetzte Prozessabläufe, um geografische und interdisziplinäre Grenzen aufzubrechen und komplexe Projekte erfolgreich umzusetzen.

Mut zu Fehlern: Fehlerkultur möglich machen

Die transparente Prozessplanung und -abwicklung mittels BIM und LEAN Management sorgen für eine unschlagbare Projekt-Detailtiefe und interdisziplinäre Umsetzungsqualität. Herausforderungen und Ineffizienzen können in der Projektumsetzung bereits frühzeitig erkannt und beseitigt werden. Grundlage hierfür bildet eine gelebte Fehlerkultur. Denn nur wenn wir Fehler als Chance sehen, um kollektives Lernen zu ermöglichen, rückt man das eigentliche Ziel – das Projekt selbst – in den Mittelpunkt.

https://youtu.be/oszBCV3OJX0

Entstehung neuer Berufs- und Rollenbilder

Die Verarbeitung und Zentralisierung standardisierter Daten bietet Bauunternehmen enorme Optimierungspotenziale in allen Projektphasen. Gleichzeitig führt der Einsatz neuer Technologien und Methoden - wie beispielsweise BIM und LEAN Management - zum Wandel bestehender Anforderungsprofile bei den Projektbeteiligten. Damit Datensätze sinnvoll genutzt werden können, müssen logische Verknüpfungen geschaffen sowie bestehende Rollenbilder und Fachkenntnisse erweitert werden. Wohin die Reise geht, zeigen neue Berufe wie beispielsweise BIM Koordinatorinnen und Koordinatoren, BIM- oder LEAN Managerinnen und Manager. Die Expertinnen und Experten schaffen Überblick in den Datenmengen, sorgen für die optimale Kommunikation zwischen den Projektbeteiligten und heben den persönlichen Austausch auf ein neues Level.

Unterstützung: Automatisierung und künstliche Intelligenz
Auch in den Bereichen Automatisierung und Business Intelligence sind BIM und LEAN essenziell: Optimierte Prozesse und konsolidierte Daten entlang der Wertschöpfungskette eines Bauwerks führen zwangsläufig dazu, dass Datensätze zur Ansteuerung von vernetzten Maschinen, Geräten und Robotern verwendet werden. In Folge werden zahlreiche Bauprozesse künftig automatisiert. Die daraus generierten Ist-Daten können wieder standardisiert ins Modell zurückgespielt werden – so lassen sich Zusammenhänge noch besser herstellen und Abwicklungen autonom unterstützen.

Ich blicke positiv in die Zukunft, denn mittels verschlankter digitaler Projektabwicklungsprozesse lassen sich Wertschöpfung und Kundennähe noch stärker in den Unternehmensfokus rücken und Vorreiterrollen wirkungsvoll unterstreichen. Unternehmen, die in der Baubranche von morgen weiterhin wettbewerbsfähig bleiben möchten, müssen bereits heute entsprechende Maßnahmen setzen, um vom digitalen Kulturwandel tatsächlich zu profitieren.

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