Coronavirus

LafargeHolcim: keine Prognose möglich

Der Schweizer Baustoffhersteller will der Krise mit einer Drosselung geplanter Investitionen entgegentreten.

Baustoffe LafargeHolcim Coronavirus

Die Coronavirus-Krise verhagelt auch dem Zementriesen LafargeHolcim das Geschäft. Auf vielen Baustellen sei es angesichts der Auswirkungen der Pandemie zu Unterbrechungen gekommen, teilte der Weltmarktführer am Freitag mit. Der Schweizer Konzern kippt nun die Prognose für das laufende Geschäftsjahr und will mit Einsparungen gegensteuern.

Bisher hatte LafargeHolcim für 2020 ein Wachstum des Umsatzes von drei bis fünf Prozent und des Betriebsergebnisses von mindestens sieben Prozent angepeilt. Doch nun stochert das Unternehmen im Nebel und sieht sich nicht in der Lage, eine konkrete neue Prognose zu geben.

Noch vor einem Monat zeigte sich Konzernchef Jan Jenisch optimistisch. Er sprach von einem ausgezeichneten Jahresstart in allen fünf Regionen sowie von vollen Auftragsbüchern. Doch nun erklärte LafargeHolcim, die Nachfrage im ersten Quartal sei zwar solide ausgefallen, im zweiten Quartal dürften die durch das Coronavirus ausgelösten Verwerfungen aber bedeutende negative Auswirkungen haben. Immerhin habe sich das Geschäft in China, wo das Virus zuerst aufgetreten war, erholt. LafargeHolcim dürfte in dem Markt im April 70 Prozent des Vorjahresvolumens liefern. ZKB-Analyst Martin Hüsler rechnet 2020 mit einem Rückgang des Konzernumsatzes um 8 Prozent. 2019 setzte der Zementriese 26,7 Mrd. Franken (25,1 Mrd. Euro) um.

Um den finanziellen Schaden zu minmieren, will der Vorstand nun die Investitionen um mindestens 400 Mio. Franken zurückfahren und die Kosten um mindesten 300 Mio. Franken drücken. Es gebe bisher keine Pläne für einen Jobabbau, sagte ein Firmensprecher. "Im gegenwärtigen Umfeld sind Rekrutierungen keine Priorität, aber es gibt keinen Einstellungsstopp." LafargeHolcim werde von niedrigeren Energiepreisen profitieren und Leistungen von Zulieferern unter die Lupe nehmen. Vergangene Woche hatte bereits Konkurrent HeidelbergCement die Prognose kassiert. Doch dank einer hohen Liquidität geht der Heidelberger Konzern davon aus, gut durch die Krise zu kommen.

Auch LafargeHolcim strich die hohe Liquidität von 8 Mrd. Franken heraus. An der Bar-Dividende von zwei Franken je Aktie will der Konzern deshalb nicht rütteln. Das konnte die Anleger nicht versöhnen. Die Aktie, die im bisherigen Jahresverlauf bereits ein Drittel an Wert verloren hat, gab weitere 3,2 Prozent nach. (APA/red)