Erneuerbare Energien

Kroatien ändert Einspeisetarife

Weniger für Solarenergie aber größeres Fördervolumen - Sektor noch wenig ausgebaut

International

In Kroatien gibt es seit Juni 2012 neue Einspeisevergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien (EE) und Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Vor allem kleine Wasserkraftwerke und Biomasseanlagen wurden von größeren Tarifsenkungen verschont. Zusätzliche Förderkriterien führen zu stärkerer Differenzierung des Fördersystems, machen es aber auch komplexer. Beschaffungen im Inland werden durch einen Tarifaufschlag honoriert.

Die kroatische Regierung will durch die neue Einspeiseverordnung mehr Bewegung in die bislang oft nur schleppend vorangekommenen Investitionen in erneuerbare Energien (EE) und Kraft-Wärme-Kopplung bringen. Das Tarifsystem ist seit seiner Veröffentlichung am 6.6.12 im kroatischen Amtsblatt Narodne novine (Nr. 63/2012) in Kraft. Die Anwendung der alten Verordnung von 2007 war mit einem übermäßigen Verwaltungsaufwand verbunden und hatte insgesamt beim Ausbau von EE-Quellen zu unbefriedigenden Ergebnissen beigetragen.

So belief sich im April 2012 nach Angaben des kroatischen Wirtschaftsministeriums die installierte Leistung von EE-Anlagen auf insgesamt 153 MW (2007: 52 MW). Die meisten Kapazitäten wurden dabei in Windparks registriert (130 MW), gefolgt von Blockheizkraftwerken (10,5 MW) und Biogas- und Biomasseanlagen (6,6 MW beziehungsweise 5,7 MW). Für Solarenergie machten sie lediglich 0,55 MW aus und für Miniwasserkraftwerke 0,03 MW. Das Ministerium schätzt, dass bis Ende 2012 noch 129 MW an neuen EE-Kapazitäten ans Stromnetz gehen werden.

2010 waren erneuerbare Energieträger (ohne die bedeutende Wasserkraft) in Kroatien nur mit 2,1 % am Bruttoendverbrauch von Strom beteiligt. Erschlossen werden sollen bis 2020 vor allem die reichen Biomassevorkommen, die dann über 30% zum Verbrauch von Energie auf EE-Basis insgesamt (einschließlich Wasserkraft) beitragen sollen. Gleichzeitig sollen aus Wasserkraft knapp 30 %, aus Windenergie gut 12, aus Biokraftstoffen rund 11, aus Sonnenenergie knapp 6 und aus Biogas gut 3 % gewonnen werden.