Österreich/Italien

Italiener legen für Streit mit Strabag eine Million zur Seite

Die Gesellschaft Autostrada Pedemontana ist insgesamt in finanziellen Turbulenzen - hier die Zahlen und damit verbundenen Risiken und was das für die Strabag bedeutet.

Strabag Italien Infrastruktur Gericht

Strabag-CEO Thomas Birtel

Die von der Region Lombardei kontrollierte Autobahn-Baugesellschaft Autostrada Pedemontana SpA rechnet wegen eines rechtlichen Streits mit der Strabag mit hohen Kosten: Eine Million Euro legte die Autobahngesellschaft in diesem Zusammenhang für heuer zur Seite, geht aus der Pedemontana-Bilanz hervor.

Die Strabag geht wegen des milliardenschweren Autobahnprojekts "Pedemontana Lombarda" in Norditalien, das aufgrund massiver Kostenüberschreitungen und zahlreicher Gerichtsstreitigkeiten stillsteht, vor Gericht. Hintergrund ist die Entscheidung der Autobahnbaugesellschaft, den Vertrag mit dem Strabag-Konsortium für das zweite Los der Autobahn aufzulösen.

An dem Konsortium hält die Strabag 60 Prozent - der Rest entfällt auf die italienischen Firmen Grandi Lavori Fincosit (26 Prozent) und Impresa Costruzioni Giuseppe Maltauro (14 Prozent). Den ursprünglichen Plänen zufolge hätte die Verbindung zwischen dem Mailänder Flughafen Malpensa und Bergamo bereits im Jahr 2015 - rechtzeitig für die Expo in Mailand - fertig sein sollen.

Der Auftrag des Konsortiums umfasste laut Strabag die Errichtung von 50 Kilometer Autobahn, 50 Kilometer Zubringerstraßen sowie 50 Tunnelbauwerke, Brücken und einen Radweg. 17 Kilometer der insgesamt 86 Kilometer langen Autobahn A36 gibt es bereits. Die hohen Baukosten wurden öfters kritisiert.

Pedemontana hat das Jahr 2017 mit hohen Verlusten abgeschlossen: 2017 betrugen sie 7,4 Millionen Euro, im Jahr davor waren es 7,7 Mio. Euro. 2,4 Mrd. Euro seien notwendig, um den Bau der Pedemontana-Autobahn fertigstellen zu können, davon allein 200 Mio. Euro, um den Gläubigerbanken einen Brückenkredit zurückzuzahlen.

Insgesamt summieren sich die Verluste der Gesellschaft bisher auf 77,6 Mio. Euro. Die Gesellschaft braucht dringend 350 Mio. Euro, um sich über Wasser zu halten, berichteten italienische Medien. Das Management appellierte an die Aktionäre, darunter die Banken Intesa SanPaolo und Ubi Banca, in die Tasche zu greifen. (APA)