Israel/Palästina

Israel lässt wieder Zement in den Gazastreifen

Nach fast zweimonatiger Blockade.

International

Nach fast zweimonatiger Blockade ist die private Einfuhr von Zement in den Gazastreifen am Montag wieder aufgenommen worden. Dies bestätigte der zuständige palästinensische Koordinator. Israel hatte den Zementexport für private Bauherren am 3. April gestoppt, weil die radikalislamische Hamas einen Teil dieser Baustoffe zum Bau militärischer Anlagen abgezweigt habe.
 
"Seit heute früh rollt der Zementimport wieder entsprechend der Prozeduren, die unter UN-Vermittlung vereinbart worden waren", erklärte Raed Fattukh, der auf palästinensischer Seite den Warenverkehr koordiniert. "Wir erwarten heute 90 Lastwagen mit 3200 Tonnen Zement und das soll wohl diese Woche jeden Tag so weitergehen."
 
Am Sonntag hatte die zuständige Stelle im israelischen Verteidigungsministerium angekündigt, auf Grundlage einer neuen Lagebeurteilung könne die Ausfuhr wieder aufgenommen werden. Die siebenwöchige Blockade betraf den Import für private Bauvorhaben. Zementsäcke für Projekte der UNO und ausländischer Hilfsorganisationen wurden weiter über die Grenze gelassen.
 
Der dicht bevölkerte Gazastreifen wird seit zehn Jahren von der islamistischen Hamas kontrolliert, die mit Israel tief verfeindet ist. In drei Kriegen wurden zwischen 2008 und 2014 Infrastruktur und Zehntausende Privatwohnungen zerstört oder beschädigt. Gegenwärtig leben laut UNO noch 75.000 Menschen, die im Gazakrieg vom Sommer 2014 obdachlos wurden, in provisorischen Unterkünften. (APA)