Österreich

Institutionelle Investoren kaufen Wiener Immobilien-Markt leer

Laut EHL-Geschäftsführerin Sandra Bauernfeind dürften die Kaufpreise im Schnitt um 4 bis 5 Prozent steigen.

EHL Österreich Immobilien Sandra Bauernfeind

Der Immobilienkauf in Wien wird für private Eigennutzer immer schwieriger. Angesichts der niedrigen Zinsen kaufen institutionelle Anleger wie etwa Pensionsfonds den Markt leer und treiben die Preise weiter nach oben. Anders sieht es im Mietsektor aus. Da derzeit noch viele neue Mietwohnungen fertiggestellt werden, übersteigt hier das Angebot die Nachfrage, wie die Geschäftsführerin der EHL Wohnen GmbH, Sandra Bauernfeind, am Mittwoch in einer Online-Pressekonferenz erklärte.

Das ist auch der Grund dafür, dass 2021 in Wien eine relativ moderate Erhöhung der Mieten am freien Markt zu erwarten ist. Bauernfeind rechnet hier bei Neuvermietungen mit einer Teuerung von im Schnitt 1,5 Prozent.

Der Wohnungskauf hingegen dürfte sich gegenüber dem abgelaufenen Jahr um durchschnittlich 4 bis 5 Prozent weiter verteuern, so die Markteinschätzung. "Es kann durchaus mehr sein - hier wird es auch innerhalb der Bezirksgrenzen große Unterschiede geben", erwartet die Immobilienexpertin. "Institutionelle Investoren haben Interesse an ganzen Objekten", erklärte Bauernfeind. Das werde zu einem "deutlichen Anstieg der Kaufpreise führen - auch in den nächsten Jahren".

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Die Immobiliengeschäfte in Wien laufen den Angaben zufolge "trotz Corona eigentlich recht gut". Doch die Beweggründe für die Nachfrage hätten sich geändert. "In letzter Zeit stehen immer mehr wirtschaftliche Gründe dahinter, so die EHL-Managerin mit Blick auf die niedrigen Zinsen bzw. Negativzinsen und die Wirtschaftskrise infolge der Coronapandemie. In den Jahren davor war noch in erster Linie die Bevölkerungsentwicklung, also der starke Zuzug nach Wien, der treibende Faktor der Immobiliennachfrage. (APA)