Abriss

In Wien bekommt der Industriemüll ein neues Gebäude

Das Ende einer kreisrunden Ära. Das Rinterzelt in Wien Brigittenau muss einer Modernisierung weichen.

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Ein Zelt in Wien wird abgebaut. Aber nicht etwa ein kleines, weißes Bierzelt auf der Donauinsel oder der Cirque du Soleil. Sondern das Rinterzelt in der Percostraße im 22. Bezirk. Kommendes Jahr wird das kreisrunde Bauwerk nach fast vierzig Jahren abgerissen.

Sein Name beschreibt seinen ursprünglichen Zweck und damit auch gleich sein Versagen. Denn das Projekt für internationales Recycling – R-inter – scheiterte bald. Stattdessen wurde das Gebäude von 68 Meter Höhe und einem Durchmesser von 170 Meter ab 1985 zur Vorsortieranlage für Gewerbe- und Industriemüll. Mit 250.000 Tonnen Abfall im Jahr ist das Rinterzelt die Drehscheib der Wiener Abfallwirtschaft.

Jetzt baut die MA48 aber ein neues Betriebsgebäude und zwar direkt neben das alte. Noch bevor der Spätsiebziger-Bau noch ganz abgetragen sein wird, soll das neue Gebäude bereits stehen, sagt Josef Thon, Chef der MA 48. Der Neubau soll 60 Millionen Euro kosten, wovon zwei bis drei Millionen bereits für den Abriss des Zeltes einkalkuliert sind, so Thon. Im neuen Gebäude soll dann auch genug Platz für Wien Kanal sein – und damit für eine engere Zusammenarbeit.