Österreich, Russland

Immofinanz stößt Moskau-Geschäft ab

Trennung von unprofitablem Russland-Geschäft verläuft laut CEO Oliver Schumy wie geplant.

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Immofinanz-CEO Oliver Schumy zufolge hatte Russland-Geschäft den Konzern belastet.

"Wie angekündigt, trennen wir uns nun strategiekonform von den russischen Einzelhandelsimmobilien. Der Verkauf ermöglicht eine unmittelbare Eigenkapitalfreisetzung und resultiert in einer deutlichen Reduktion der Finanzverbindlichkeiten sowie der durchschnittlichen Finanzierungskosten", so Immofinanz-CEO Oliver Schumy am Montag zum Verkauf des Einzelhandelsportfolios in Moskau an die Fort Group.

Des Weiteren sei mit dem Verkauf zukünftig kein weiterer, die Liquidität belastender Eigenkapitalzuschuss für das russische Einzelhandelsportfolio erforderlich. "Die Immofinanz kann sich damit vollumfänglich auf ihr weiteres Wachstum zu einem der größten Player am europäischen Gewerbeimmobilienmarkt konzentrieren." Das unverändert schwierige Marktumfeld in Russland habe in den letzten Geschäftsjahren die gesamte Vermögens- und Ertragslage des Konzerns signifikant belastet.

Gegenstand der Transaktion zwischen Immofinanz und der russischen Fort Group ist jene österreichische Beteiligungsholding, in der sämtliche Beteiligungen an Objektgesellschaften, die das Einzelhandelsportfolio Moskau halten, zusammengefasst sind, teilte die Immofinanz am Montag weiter mit.

Die Transaktion erfolgt als Share Deal, womit das gesamte zur Veräußerung gehaltene Vermögen (per 30. Juni 2017: 1.068 Millionen Euro) und die gesamten zur Veräußerung gehaltenen Verbindlichkeiten (822 Millionen Euro) des Einzelhandelsportfolios Moskau auf die Fort Group übergehen. Der darin enthaltene Wert des Immobilienvermögens betrug insgesamt 976 Millionen Euro. Zusätzlich übernimmt die Fort Group noch eine russische Grundbesitzgesellschaft (4 Millionen Euro). Das abgehende Reinvermögen beträgt per 30. Juni 2017 insgesamt 250 Millionen Euro.

Zuzüglich Finanzpassiva (675 Millionen Euro) beläuft sich der Kaufpreis für das Bruttovermögen auf umgerechnet bis zu rund 901 Millionen Euro. Der Kaufpreis für das Reinvermögen beträgt dabei umgerechnet bis zu rund 226 Millionen Euro (15 Milliarden Rubel, umgerechnet mit dem Konzernkurs von 66,2425 per 30. Juni 2017). Darin enthalten sind ein bis Jänner 2022 gestundeter und garantierter Betrag von 14,5 Millionen Euro und ein ebenfalls im Jahr 2022 zu zahlender, aber von den Umsätzen der Shopping Center des Jahres 2021 abhängiger Earn-out von bis zu 9 Milliarden Rubel (rund 136 Millionen Euro). Für eine Repositionierung wären Liquiditätsabflüsse von rund 250 Millionen Euro erforderlich gewesen.

Basierend auf den Wertansätzen vom 30. Juni 2017 rechnet die Immofinanz mit einem Ergebniseffekt aus der Endkonsolidierung von voraussichtlich rund minus 169 Millionen Euro, der insbesondere auf historisch entstandene Firmenwerte (minus 58 Millionen Euro) und das Immobilienvermögen (minus 111 Millionen Euro unter Berücksichtigung latenter Steuern) entfällt.

Insgesamt sei durch die Endkonsolidierung des Einzelhandelsportfolios Moskau aus der Sicht vom 30. Juni 2017 mit einem Effekt auf den EPRA NAV (Nettovermögenswert) je Aktie in Höhe von minus 0,15 Euro zu rechnen. Für das Geschäftsjahr 2017 sei unverändert die Ausschüttung einer Dividende von 0,06 Euro je Aktie geplant.

Die Fort Group ist laut den Angaben ein zentraler Player am St. Petersburger Einzelhandelsimmobilienmarkt, der mit dieser Akquisition nach Moskau expandiert. Zu den Closing-Bedingungen zähle auch die Refinanzierung des Portfolios durch die Fort Group, so die Immofinanz. (APA)