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Immofinanz macht zwei Drittel mehr Gewinn - Dividendenentscheid später

Was dazu geführt hat und wann man die Corona-Effekte eingeschätzt haben will.

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Die auf Büro- und Einzelhandelsimmobilien spezialisierte Immofinanz AG hat den Nettogewinn 2019 um fast zwei Drittel gesteigert und bei der Cash-Generierungsgröße FFO 1 das selbst gesteckte Ziel übertroffen. Zur Dividende für 2019 soll erst mit Veröffentlichung der Halbjahreszahlen im August entschieden werden, erklärte das börsennotierte Unternehmen am Dienstagabend.

Der Nettogewinn kletterte um 62 Prozent auf 352,1 Mio. Euro. Beim FFO 1 wurden 137,4 Mio. Euro erreicht, geplant waren mehr als 128 Mio. Euro. 75 Prozent des FFO 1 sollen an die Aktionäre gezahlt werden, so die Immofinanz einer Aussendung. Jedoch werde man bis zur Dividendenentscheidung die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf das Geschäft laufend evaluieren. Derzeit seien die Auswirkungen der Pandemie wegen der dynamischen Entwicklung noch nicht voll abschätzbar. Die Hauptversammlung wurde wegen der Coronakrise bereits auf den 1. Oktober verschoben.

Das Bewertungsergebnis aus Bestandsimmobilien und Firmenwerten verbesserte sich bei der Immofinanz voriges Jahr stark von 6,0 Mio. auf 195,7 Mio. Euro. Primär ist das Folge der guten Marktentwicklung in Deutschland und Österreich.

Die Ergebnisanteile aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen gingen 2019 zurück, von 108,2 Mio. auf 78,4 Mio. Euro. Dabei handelt es sich laut Immofinanz im Wesentlichen um die s-Immo-Beteiligung, nachdem im Jahr 2018 rund 90 Mio. Euro an anteiligem Ergebnis und Buchgewinn aus der damaligen Veräußerung der CA-Immo-Anteile enthalten waren. Insgesamt war das Finanzergebnis 2019 mit 4,5 (44,2) Mio. Euro erneut positiv.

Aktuell hält die Immofinanz 29 Prozent an der s Immo, diese wiederum 12 Prozent an der Immofinanz. Dem Investor Ronny Pecik gehören (mit unterschiedlichen Partnern) 10,7 Prozent an der Immofinanz und 14,2 Prozent an der s Immo. Erst im März waren erneut Spekulationen über ein mögliches Zusammengehen der beiden Immo-Konzerne aufgeflammt, doch erklärte s-Immo-Chef Ernst Vejdovszky Anfang April, die diesbezüglichen Gespräche lägen wegen der Coronakrise auf Eis liegen. "Derzeit haben wir wirklich alle miteinander andere Dinge zu tun, als die Fusion zu beplaudern. Wir können uns nicht einmal treffen. Die Aktionärsstruktur bietet aber Optionen", so der s-Immo-Chef.

Die Mieterlöse der Immofinanz wuchsen voriges Jahr um 18,1 Prozent auf 279,9 Mio. Euro. Bereinigt um Effekte durch die erstmalige IFRS-16-Anwendung ergab sich ein Anstieg um 11,2 Prozent auf 263,5 Mio. Euro. Um 10,2 Prozent auf -57,4 Mio. Euro gesunken sind die Immo-Aufwendungen, das Ergebnis aus Asset Management stieg um 19,1 Prozent auf 207,3 Mio. Euro. Das Ergebnis aus Immoverkäufen lag bei -5,1 Mio. Euro, nach positiven 27,2 Mio. Euro davor. 2019 wurden Immobilien im Volumen von 175,1 Mio. Euro veräußert. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen mit -46,1 Mio. um 7,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das operative Ergebnis betrug 149,9 (153,1) Mio. Euro.

Vom Bestandsportfolio der Immofinanz in Höhe von rund 4,7 Mrd. Euro per 31. Dezember 2019 entfielen nach früheren Angaben rund 3,0 Mrd. Euro auf Büroimmobilien und rund 1,7 Mrd. Euro auf Einzelhandelsobjekte. Das gesamte Immo-Vermögen von rund 5,1 Mrd. Euro verteilt sich auf mehr als 210 Objekte. Der komplette Jahresbericht soll am Mittwoch anlässlich der Online-Bilanzpressekonferenz veröffentlicht werden. (APA)

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