Immobilien

Immobilien-Makler verrechnen meist zu hohes Honorar

Immobilienmakler stellen Mietern in acht von zehn Fällen zu hohe Rechnungen aus. Das ergab ein verdeckter Test der Mietervereinigung. Erlaubt sind höchstens drei Mieten plus Betriebskosten plus zehn Prozent Mehrwertsteuer.

Österreich

Immobilienmakler verlangen von ahnungslosen Mietern oft eine zu hohe Maklerprovision. In acht von zehn Fällen stellten sie zu hohe Rechnungen aus, ergab ein verdeckter Test der Mietervereinigung. "Wir mussten leider feststellen, dass ein Großteil der Immobilienmakler ungerechtfertigte Zusatzgebühren und zu hohe Provisionen verrechnet", teilte der Präsident der Mietervereinigung Österreichs, Georg Niedermühlbichler, mit. Erlaubt sind drei Gesamtmieten (Miete plus Betriebskosten plus 10 Prozent Mehrwertsteuer).

Rückforderungen zehn Jahre lang möglich

Nicht erlaubt ist es, auf diesen Betrag noch einmal 20 Prozent Mehrwertsteuer zu verrechnen. Ebenfalls verboten ist es, bei mietengeschützten Wohnungen sogenannte "Mietvertragsabschlussgebühren" zu verrechnen. Der Abschluss eines Vertrags gilt hier als Verwaltungstätigkeit, die bereits über die Betriebskosten abgedeckt ist. Die Mietervereinigung empfiehlt, illegal verrechnete Gebühren wieder zurückzufordern. Laut Mietrechtsgesetz ist das zehn Jahre lang möglich.

Die Kosten für die Vermittlung einer Mietwohnung soll der Auftraggeber, meist der Vermieter, übernehmen, fordert die Mietervereinigung. Für die Mieter sei die Maklerprovision für die geleistete Arbeit deutlich zu hoch. Im Durchschnitt dauere eine Wohnungsbesichtigung nur 15 Minuten, Beratung finde de facto nicht statt, der gesetzlichen Aufklärungspflicht kämen nur die wenigsten Makler nach. (APA/pm)