Österreich

Immo-Investments heuer beinahe auf Rekord-Höhe

Business Service Center pushen Büro-Bedarf in Zentral- und Osteuropa (CEE). Mehr dazu lesen Sie hier.

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Die Immobilien-Investments in Österreich dürften heuer im Gesamtjahr 2017 auf knapp 3,5 Milliarden Euro klettern und damit ganz nahe an den Rekordwert von 3,75 Milliarden Euro des Jahres 2015 herankommen. Das erwartet der Immo-Dienstleister CBRE. Das erste Halbjahr war sehr stark, wobei von den 2,5 Milliarden Euro mehr als die Hälfte aus Deutschland kamen.

Bis Juni haben bekanntlich mehrere Bürohochhaus-Großtransaktionen - im Gesamtwert von rund 1,4 Milliarden Euro - für Furore gesorgt. So ging "Icon Vienna" von Signa an Allianz Real Estate, der "DC Tower 1" der Bank Austria an Deka Immobilien und der "Orbi Tower" von der IWS TownTown an die Bank Austria Real Invest. Eine so hohe Zahl großvolumiger Deals sei "bemerkenswert", meinte Georg Fichtiger, Head of Investment Properties bei CBRE, am Mittwoch bei einem Pressegespräch. Im gesamten Jahr 2016 habe es nur vier Deals dieser Größenordnung gegeben. 

Im Halbjahr kamen 56 Prozent der Investments aus Deutschland, 29 Prozent von inländischen Investoren und 15 Prozent von internationalen Investoren - vor allem aus Luxemburg und Frankreich. Wieder das größte Interesse zog die Assetklasse Büros mit 61 Prozent des Invest-Volumens auf sich; dabei wurde eine Spitzenrendite von 3,95 Prozent erreicht (gegenüber 4,1 Prozent im 1. Halbjahr 2016). Immer mehr angezogen haben Wohnimmobilien, auf sie entfielen 12 Prozent des Investmentvolumens, je 9 Prozent auf Retail und Hotels. Mit 5,65 Prozent wurden die höchsten Renditen nach wie vor bei Fachmarktzentren erreicht.

Im CEE-Raum ist das Bild gespalten: Polen und Tschechien liegen bei Investmentvolumen und Attraktivität auf ähnlichem Niveau wie zum Beispiel Österreich - andere CEE-Märkte stagnieren dagegen, so CBRE laut Unterlage. In Polen seien im ersten Halbjahr 2,16 Milliarden Euro investiert worden, in Tschechien 2,08 Milliarden Euro, womit die beiden Länder rund drei Viertel aller Investments in Core-CEE-Ländern auf sich vereinigt hätten. Zu den Kernländern - mit insgesamt 54 Prozent Anstieg auf 5,91 Milliarden Euro bis Juni - werden neben Tschechien und Polen auch die Slowakei, Ungarn sowie Rumänien gezählt. 

Doch hätten einige CEE-Länder ihr Potenzial bereits ausgeschöpft. Während Tschechien, Polen und auch Ungarn im Vergleich zum Vorjahr das Niveau bis Jahresende halten könnten, habe Rumänien schon bis Juni das Investitionsniveau des gesamten Vorjahres erreicht, so Andreas Ridder, Geschäftsführer von CBRE Österreich und CEE-Chairman. In allen CEE-Ländern zusammen wurden im Halbjahr 7,93 Milliarden Euro investiert, bis Jahresende sollen es rund 14 Milliarden Euro werden, was einem neuen All-Time-High entspräche.

Im Bürobereich wird der Bedarf im CEE-Raum stark vom Anstieg an Büro-Beschäftigten getrieben. Bis 2021 soll etwa in Budapest deren Zahl um über 2,5 Prozent steigen, in Warschau um rund 2 Prozent - in Wien nur um 1,5 Prozent. Für Business Service Center seien die CEE-Metropolen die bevorzugten Standorte in Europa. So gebe es allein in Polen zurzeit 936 Business-Service-Standorte, durch die ein Drittel aller Büroflächen in Polen genutzt werde. In Ungarn seien es zwar lediglich 110, dafür würden diese mit 450 pro Zentrum die höchste Durchschnittszahl an Mitarbeitern aufweisen. "Wir gehen davon aus, dass der Bedarf an Büroflächen für Business Service Centers in den kommenden Jahren in den Städten der CEE-Region noch weiter steigen wird", so Ridder. (APA)