Österreich

Ibiza-Gate: Haselsteiner lässt prüfen, Asfinag beruhigt

Lesen SIe hier die Reaktionen aus der Strabag und von der Asfinag, deren Auftragsvergaben Strache & Co. manipulieren wollten.

Der Baukonzern Strabag will nach einem Enthüllungsvideo über den FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache die Auftragsvergaben des vergangenen Jahres noch einmal prüfen lassen. Der Strabag-Eigentümer und frühere CEO Hans Peter Haselsteiner sagte der Zeitung "Standard", er wolle "alle Aufträge des vergangenen Jahres, die wir verloren haben", genau analysieren. 

Auch Strabag-CEO Thomas Birtel reagierte gegenüber SOLID gleich und machte die Stellung der Strabag in Österreich deutlich: „Strabag bietet als Marktführerin alleine in Österreich 11.000 Menschen einen Arbeitsplatz. Wir nehmen jährlich an tausenden öffentlichen Vergabeverfahren teil. Wir prüfen diese regelmäßig und rügen Vergaben in jenen Fällen, in denen wir Anhaltspunkte finden, dass den Vergabekriterien nicht zur Gänze entsprochen wurde.“

Strache hatte nach Medienberichten einer vermeintlichen russischen Großinvestorin öffentliche Bauaufträge in Aussicht gestellt: Die Strabag werde keine staatlichen Aufträge mehr bekommen, stattdessen werde eine von der Frau zu gründende Baufirma berücksichtigt.

Das staatliche Autobahn- und Schnellstraßenunternehmen Asfinag hat am Samstagnachmittag in Reaktion auf das Ibiza-Video versichert, dass die Vergabe von Bauaufträgen "transparent und ausschließlich nach dem Bestbieterprinzip" erfolge. "Eine Einflussnahme - sei es von Interessenten oder auch eine politische - ist ausgeschlossen", hieß es in einer Aussendung.

Es sei auch in der Vergangenheit zu keinem Versuch einer Einflussnahme aus dem politischen Bereich gekommen, betonte das Unternehmen. Die Asfinag investiere in die österreichische Infrastruktur jedes Jahr etwa eine Milliarde Euro, die Strabag zähle dabei zu den größten Auftragnehmern. (APA, Thomas Pöll)