07. SEPTEMBER 2020 – DAS MORNING BRIEFING AM MONTAG

Hypotheken in den USA – Raumordnung in NÖ – Vonovias Wachstum – Klage gegen Benko – Mieten im Silicon Valley – Baulöhne in D – Wienerbergers Rückzug

Das Wichtigste der letzten Tage kompakt. So starten Sie top-informiert in die Woche.

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Zitat der Woche:

„Lieferunternehmen werden neue Verteilzentren auf billigem Flussuferland außerhalb der Städte bauen müssen“,

heißt es in den Financial Times diese Tage. Der Grund: Die Lieferwege müssten wieder auf Flüsse verlegt werden, so wie Städte ursprünglich geplant gewesen waren.

Nichts für Anfänger

In den USA sind die Hypotheken weiterhin billig. Seit Ende Juli ist der durchschnittliche Zinssatz für eine Hypothek von 30 Jahren unter drei Prozent. Das letzte Tief war mit 3,41 Prozent im Jahr 2010. Die US-Notenbank gibt derzeit 40 Milliarden Dollar pro Monat für hypothekarisch gesicherte Wertpapiere aus. Laut dem Wohnbaubereich am American Enterprise Institute profitieren aber vor allem Geldgeber, Immobilienverkäufer und Makler von der Lage. Erstmalige Immobilienkäufer profitieren eher nicht, da Preise auf Einstiegsniveau steigen.  
 

White Paper zum Thema

Neu gewidmet

In Niederösterreich steht eine umfangreiche Novelle des Raumordnungsgesetzes an. Die geplanten Änderungen sollen im Oktober beschlossen werden. Wertvolle Lebensräume sollen geschützt und die Zersiedlung der Orte bekämpft werden. Die wichtigsten Änderungen sind neue Widmungskategorien für den großvolumigen Wohnbau – diese soll dann für Wohngebäude mit einer Geschoßflächenzahl über eins gelten – und für verkehrsbeschränkte Betriebsgebiete, verpflichtende Mobilisierungsmaßnahmen bei Neuwidmungen, Einschränkungen für neue Parkplätze bei Supermärkten und neue Regelungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen. Mit neuen Widmungskategorien sollen Verkehrskonflikte schon frühzeitiger erkannt und vermieden werden. (apa/red)


Wachstumschancen

Der deutsche Immobilienkonzern Vonovia, zu dem die österreichischen Immo-Unternehmen Buwog und conwert gehören, hat den Anstieg seines Aktienkurses für eine Kapitalerhöhung genutzt – 17 Millionen neue Aktien zu einem Preis von je 59 Euro fanden Anleger. Den Erlös von rund einer Milliarde Euro will Vonovia verwenden, um Schulden zu tilgen - eine 750 Millionen Euro schwere Anleihe wird demnächst fällig – und Wachstumschancen „im gegenwärtigen Umfeld“ zu nutzen. (apa/red)

Going to war

Am Freitag hat am Wiener Handelsgericht ein Zivilverfahren um eine Klage des Tiroler Immobilieninvestors Markus Schafferer gegen die Unternehmer Ronny Pecik und René Benko begonnen. Die Schafferer Holding klagt die Signa Holding von Benko, die RTR Privatstiftung von Pecik, sowie zwei weitere Gesellschaften auf 108 Millionen Euro. Es geht um den Kauf eines s-Immo-Aktienpakets des russischen Unternehmers Roman Abramovich. Schafferer strebte einen Erwerb an und sieht sich ausgebootet. Laut ihm habe es eine exklusive Vereinbarung gegeben. Pecik und Benko weisen die Vorwürfe zurück. (apa/red)
 

Techsodus

Technologieunternehmen scheinen in der San Francisco Bay Area einen regelrechten Exodus ausgelöst zu haben – dadurch, dass derzeit vielen Mitarbeitern die Möglichkeit geboten wird, von zu Hause aus zu arbeiten und das Zuhause nicht unbedingt in derselben Stadt wie die Firma sein muss. Viele IT-Fachkräfte verlassen derzeit Gegenden wie das Silicon Valley, wo Mieten bis vor kurzem noch hoch waren und immer mehr stiegen, jetzt jedoch fallen.

Auf dem Weg zur Baustelle

Wochenlang wurde gestritten, am Donnerstag gab es bei den Tarifverhandlungen in der deutschen Bauwirtschaft einen Durchbruch. Es wird ein Lohnplus von insgesamt 2,6 Prozent im Westen und 2,7 Prozent im Osten geben. Darin enthalten ist erstmals eine Vergütung für Fahrzeiten zur Baustelle. (apa/red)

Aufhören, wenn’s am schönsten ist

Wienerberger zieht sich – trotz guter Geschäfte, wie das Unternehmen betont – aus der Schweiz zurück und verkauft seine dortige Tochter ZZ Wancor an die Schweizer Baustoffgruppe swisspor. Der Konzern sieht derzeit bessere Wachstumschancen in anderen Regionen, so die Begründung. Über die genauen Konditionen der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart. Allerdings soll so aus den Verkäufen zwischen 2018 und 2020 eine Wertschöpfung von 150 Millionen Euro gewonnen werden. (apa/red)
 

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