Österreich

Hierzulande gibt es kaum Zombies

... bzw. Zombie-Unternehmen. Gemeint sind Firmen, die seit über zehn Jahren bestehen, aber in drei aufeinanderfolgenden Jahren nicht in der Lage sind ihre Zinslast aus dem operativen Ergebnis zu decken. International haben sich die Zahlen allerdings verdreifacht.

Österreich

Von den 80 gelisteten Unternehmen in Österreich erfüllten in den Jahren 2017 und 2018 nur eines und im Jahr 2019 nur zwei Unternehmen die OECD-Kriterien für Zombies. Auch unter einem Stresstest mit höherem Zinsniveau bleibe es bei zwei Unternehmen, was eigentlich eine gute Aussage für Österreich sei, weil insgesamt ein deutlicher Anstieg von Zombies erwartet werde. Die Namen der besonders schwachen Unternehmen veröffentlicht Kearney nicht.

Zahl der Zombie-Unternehmen international verdreifacht 

In einer weltweiten Analyse hat Kearney vier Millionen Datensätze von 67000 börsennotierten Unternehmen aus 154 Branchen und 152 Ländern auf Zombie-Merkmale gemäß OECD-Definition untersucht. Das Ergebnis ist bedrückend: Seit 2010 hat sich die Zahl der Zombie-Unternehmen nahezu verdreifacht, und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht. Während im Jahr 2010 weltweit nur 1,9 Prozent der börsennotierten Unternehmen "Zombies" waren, stieg der Wert auf 4,5 Prozent im Jahr 2020. Im Jahr 2020 gab es mit 1772 Unternehmen fast dreimal so viele "Zombies" als im Jahr 2010 – da waren es insgesamt 618.

Corona als Katalysator

Problematisch seien "Zombie-Unternehmen" vor allem am Kapitalmarkt, da Kapitalgeber auf die Solvenz der Unternehmen bauen und darauf basierend Kapitalentscheidungen treffen. Börsennotierte Zombies schädigen das Vertrauen in die Funktionsfähigkeit der Märkte insgesamt, da sie die Gesetze des Marktes, nach denen nicht erfolgreiche Geschäftsmodelle vom Markt verschwinden müssen, partiell aushebeln, so die Studienautoren Nils Kuhlwein und Christian Feldmann. Die Corona-Pandemie habe als Katalysator gewirkt und die Entwicklung beschleunigt.