Mehr als 24 Mio. Überschuldung

Griffnerhaus ist pleite

240 Mitarbeiter betroffen - "Gravierende Managementfehler" sollen Ursache sein - Auffanglösung soll das Unternehmen retten

Österreich

Die GriffnerHaus AG mit Sitz in Griffen ist pleite. Heute wurde am Landesgericht Klagenfurt Insolvenzantrag eingebracht, Aktiva in der Höhe von 1,3 Millionen stehen Passiva von 25,5 Millionen gegenüber, die Überschuldung liegt somit bei 24,2 Millionen Euro. 240 Arbeitnehmer sind betroffen. In einer Aussendung des Unternehmens wurden "gravierende Managementfehler" als Hauptursache für die Pleite genannt. An einer Auffanglösung wird gearbeitet.

Der für die operative Führung zuständige Vorstand sei bereits im vergangenen Oktober fristlos entlassen worden. Die aktuellen Sanierungsbemühungen konnten die Firma nicht mehr retten, potenzielle Investoren hätten sich aufgrund der finanziellen Schieflage - das negative Eigenkapital beträgt 22 Mio. Euro - zurückgezogen. Um mehr als die Hälfte überbewertete Halbfertig-Fabrikate, mangelnde Herstellkostenrechnung, nicht kostendeckend gefertigte Produktinnovationen, fehlende Organisation und eine zu hohe Kostenstruktur werden als Gründe für die Pleite angeführt.

Laut einem Bericht der "Kleinen Zeitung" (Freitag-Ausgabe) will der Wiener Unternehmer Günter Kerbler das Unternehmen retten. Er ist bereits jetzt mit 30 % beteiligt und erleidet Verluste, an einer Auffanglösung unter seiner Führung werde bereits gearbeitet. Die GriffnerHaus AG hat Auslandsbeteiligungen in Deutschland, Italien, Schweiz und Frankreich. Die Zentrale und das Werk befinden sich in Griffen im Bezirk Völkermarkt. Im Firmenbuch findet sich als aktuellstes Zahlenwerk die Bilanz für 2010, die einen Verlust von 2,8 Mio. ausweist, allerdings erst nach Auflösung hoher Rücklagen. Der Verlustvortrag aus 2009 wurde mit 4,6 Mio. Euro ausgewiesen. (APA/red)