Schweiz

Gemischte Gefühle bei Schweizer Baukonjunktur

Wachstum und Hemmnisse stehen einander fast 1:1 gegenüber.

Schweiz Konjunktur

Die Schweizer Bauwirtschaft ist im abgelaufenen Jahr gewachsen. Nach einem rückläufigen Geschäftsjahr 2018 erhöhte sich der Umsatz des Bauhauptgewerbes vor allem dank des Hochbaus um gut 3 Prozent auf 20,7 Mrd. Franken (19,5 Mrd. Euro), wie der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) am Dienstag mitteilte.

Der Hochbau legte dabei um 6,9 Prozent auf 10,6 Milliarden zu. Dabei hätten alle Sparten des Hochbaus - Wohnungsbau, Wirtschaftsbau und öffentlicher Hochbau - mehr umgesetzt.

Im Tiefbau wurde das Niveau von 10,0 Milliarden vom Vorjahr gehalten, mit Unterstützung des öffentlichen Tiefbaus, der die negative Entwicklung im privaten Tiefbau ausglich. Als "nach wie vor unbefriedigend" bezeichnet der Verband die Rendite aus den Bauaktivitäten.

Insbesondere die Sommermonate seien für das Bauhauptgewerbe sehr positiv verlaufen und es seien viele zusätzliche Festangestellte eingestellt worden. Mittlerweile sei das Arbeitsvolumen aber etwas abgetragen, was sich im vierten Quartal mit einem Umsatzminus von 3 Prozent auf 5 Mrd. Franken äußerte. Der zuvor starke Wirtschaftsbau sei von der schwachen globalen Konjunktur eingeholt worden, was zu deutlich rückläufigen Umsätzen und Bestellungseingängen geführt habe. Der Wohnungsbau habe zudem seinen Zenit überschritten.

Im neuen Jahr rechnet der Schweizerische Baumeisterverband mit einem verhaltenen Start, mittelfristig dürften die anhaltend lockere Geldpolitik und ein Anziehen der Schweizer Konjunktur dem Bauhauptgewerbe aber wieder Aufwind geben. Die Prognose des Verbandes für den Umsatz im ersten Quartal lautet auf minus 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Im Gesamtjahr dürfte sich die Lage dank des anhaltend tiefen Zinsniveaus jedoch wieder erholen. Darum dürfte der Umsatz im Gesamtjahr erneut mindestens 20 Milliarden erreichen, zumindest gemäß den Erwartungen des Baumeisterverbandes. Der Wettbewerb bleibe aber sehr hart und hohe Gewinnmargen seien deshalb nicht zu erwarten.

Der Baumeisterverband stützt sich bei seinen Annahmen auf die eigene Quartalserhebung sowie auf den gemeinsam mit der Credit Suisse ermittelten Bauindex. (APA)