21. SEPTEMBER 2020 – DAS MORNING BRIEFING AM MONTAG

Gefragte Einfamilienhäuser – Französische Probleme – Deutsche Böden – Planmäßige Tunnel und mehr

Das Wichtigste der letzten Tage kompakt. So starten Sie top-informiert in die Woche.

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Zitat der Woche:

„Wir zählen zu den systemrelevanten und damit krisensicheren Branchen, denn gebaut wird immer“, sagt Susanne Übellacker, Berufsgruppensprecherin der niederösterreichischen Baustoffhändler in der Wirtschaftskammer, im NÖ Wirtschaftspressedienst. Übellacker rät jungen Menschen auf der Suche nach einem Lehrberuf, den Bau unbedingt in Erwägung zu ziehen.

Österreich anders als der Rest

Durch die Coronakrise sind die Wohnungs- und Häuserpreise in Österreich deutlich gestiegen. In Wien beschleunigte sich der Preisanstieg für Wohnimmobilien im zweiten Quartal 2020 auf 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, nach 3,9 Prozent im ersten Quartal. Außerhalb Wiens – hier waren vor allem Einfamilienhäuser gefragt – war es ein Plus von 6,8 Prozent, nach einem Plus von 2,8 Prozent. Auch in Wien wurden Einfamilienhäuser deutlich teurer, sie bilden aber nur einen kleinen Teil des Marktes. In der Bundeshauptstadt waren es vor allem neue Eigentumswohnungen, deren Preise nach oben gingen. Seit der Jahresmitte 2019 hatten sich die Wohnimmobilienpreiserhöhungen in ganz Österreich abgeschwächt, mit dem nunmehrigen Anstieg im Lockdown-Quartal erreichten die Preiszuwächse wieder Werte vom ersten Halbjahr 2019. In Ost- und Südosteuropa hat die Krise nach ersten Daten die Nachfrage nach Wohnimmobilien aber eher gedämpft. (apa/red)

Ein Beispiel des Rests

In Frankreich unterlag der Immobilienmarkt durch die Krise spürbaren Veränderungen. Vor Pandemiebeginn wuchs der Markt mit hohem Tempo – die Preise stiegen seit 2015 um fünf bis zehn Prozent pro Jahr. Während des Lockdowns fielen Verkäufe um 80 Prozent, auf das Jahr gerechnet wird es vermutlich um 25 bis 30 Prozent weniger Transaktionen gegeben haben. Viele Insider rechnen damit, dass gewisse Immobilien nach der Pandemie schwerer zu verkaufen sein werden, da Kunden wählerischer geworden sind.

Flaute-Furcht

Die Bauwirtschaft im Euroraum verzeichnet anziehende Geschäfte, doch das Niveau von vor der Coronakrise ist noch nicht wieder erreicht. Die Produktion kletterte von Juni auf Juli um 0,2 Prozent und damit den dritten Monat in Folge – gleichzeitig wurde aber um 3,8 Prozent weniger produziert als im Juli 2019 und um 5,3 Prozent weniger als im Februar. In Deutschland fürchten Unternehmen nun eine Flaute, wenn neben privaten Häuslbauern und Kunden aus der Wirtschaft auch die Kommunen wegen der Coronakrise ihre Bauinvestitionen drosseln. (apa/red)

Teure Böden

Bauland in Deutschland ist so teuer wie noch nie. Im Jahr 2019 kostete der Quadratmeter durchschnittlich 189,51 Euro, zehn Jahre zuvor waren es noch 122 Euro. Vor allem in Ballungsräumen ist die Nachfrage nach Wohnraum sehr hoch, während es an Bauland fehlt. Das treibt die Bodenpreise in die Höhe. Im vergangenen Jahr mussten Investoren besonders viel in Berlin und Hamburg zahlen: durchschnittlich 1.328,48 Euro pro Quadratmeter, respektive 1.157,91 Euro. Nach aktuellen Erkenntnissen steigen die durchschnittlichen Kaufwerte grundsätzlich mit der Gemeindegröße (apa/red)

Alles nach Plan

Der Bau des Semmering-Basistunnels liegt im Zeitplan, trotz Coronakrise, heißt es von den ÖBB. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme soll nach wie vor Dezember 2027 möglich sein. Das Projekt kostet 3,3 Milliarden Euro, der Tunnel ist gut 27 Kilometer lang und seit 2012 in Bau. Er wird zusammen mit dem Koralmtunnel die Fahrzeit zwischen Wien und Klagenfurt um über eine Stunde verkürzen und soll die Bahn auf der Südachse gegenüber der Straße konkurrenzfähig machen.

Good News

Die Rhomberg Gruppe mit Sitz in Bregenz hat ihr Geschäftsjahr 2019/20 mit einer erneuten Umsatz-Steigerung auf 782,5 Millionen Euro (Vorjahr: 753 Millionen, plus 3,9 Prozent) abgeschlossen. In beiden Unternehmenszweigen – der Sparte Bau und Ressourcen sowie im Bereich Bahntechnik – wurde Wachstum verzeichnet. Konkret stammten 333,2 Millionen Euro (Vorjahr: 325 Millionen) aus dem Bau-Bereich. In diesem Bereich verweist das Unternehmen auf die Zukunftsfähigkeit des Holzbaus. (apa/red)

Unser Lesetipp des Tages: 1. Virtuelle SOLID BIM Konferenz

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