Montag, 07. Oktober 2019 – Morning Briefing

Fachkräftemangel in Ost-Deutschland verschärft – Kostentreiber Fehler am Bau – Städte immer weniger dicht besiedelt

Das Wichtigste des Tages in Kürze. Deutschland: Fachkräfte fehlen besonders im Osten – Österreich: Wie viel machen die Fehler aus? – International: Städte wachsen in die Breite, nicht in die Höhe

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Zitat des Tages:

„Mitunter macht die Entsorgung die Hälfte der Kosten eines Bauprojekts aus”,

erklärt Josef Aschl, Umwelt-Bereichsleiter bei Swietelsky, jüngst bei einem Vortrag. Besonders die Vermischung von Abfällen sei hier ein großer Kostentreiber. Es brauche daher eine intelligent organisierte Entsorgung

Alte Geschichte mit neuer Brisanz

Der Fachkräftemangel ist kein Novum, doch mancherorts verschärft er sich derzeit zunehmend – so etwa in Ost-Deutschland, wo laut Bauindustrieverband Ost bis 2030 ganze 70.000 Stellen unbesetzt sein werden. 2018 führte der Mangel bereits bei knapp einem Fünftel der Bauunternehmen zu Einschränkungen in der Bautätigkeit. Vor zehn Jahren machten nur zwei Prozent der Betriebe diese Angabe. Besonders bei Maurern, Beton- und Gerüstbauern hat sich die Lage verschärft.

Fehlerquote

Laut einer aktuellen Analyse von Bau-Info-Consult beliefen sich die Fehlerkosten am deutschen Bau auch im Jahr 2018 wieder auf eine Höhe im zweistelligen Milliardenbereich. Die Analyse gibt es seit zehn Jahren, während es keine offiziellen Statistiken für den Gesamtbau in Deutschland gibt. So wird geschätzt, dass vergangenes Jahr die Fehlerkosten durchschnittlich 14 Prozent des gesamten Branchenumsatzes ausgemacht haben – also knapp 18 Milliarden von 127 Milliarden Euro Umsatz. 

Nicht ganz dicht

Derzeit gibt es weltweit 73 Wohngebäude, die über 250 Meter hoch sind – und sie alle wurden nach dem Jahr 2000 gebaut. 64 weitere befinden sich derzeit in Bau. Laut einer aktuellen Studie der New York University entwickeln sich Städte derzeit allerdings nicht in Richtung dichterer Besiedelung. Das bedeutet nicht, dass immer mehr Menschen aus den Städten abwandern, sondern dass die Städte immer weiter werden anstatt höher – die Super-Wolkenkratzer sind Blickfänger, aber Ausnahmen. Zwischen 1990 und 2014 wuchs die Bevölkerung von Mexiko-Stadt etwa um 82 Prozent auf fast 18 Millionen Menschen. Gleichzeitig wuchs die bebaute Fläche der Stadt um 128 Prozent – die Stadt ist also weniger dicht besiedelt als noch vor ein paar Jahrzehnten. Laut dem Urban Expansion Programme der NYU ist das zuletzt der Fall bei 155 von 200 untersuchten Städten gewesen.

Unser Lesetipp des Tages:  "Baulogistik bekommt neue Bedeutung"

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