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Ex-Lafarge-Boss im Visier der Justiz

Französische Justiz hat auch gegen ehemaligen Konzernchef Verfahren eingeleitet.

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In der Affäre um Arrangements des Zementherstellers Lafarge mit bewaffneten Gruppen in Syrien hat die französische Justiz Ermittlungsverfahren gegen mehrere frühere Manager eingeleitet. Das wurde am Samstag aus Justizkreisen in Paris bestätigt, wo die Behörden schon länger dem Verdacht der Terrorfinanzierung nachgehen.

Am Freitagabend eröffneten Ermittlungsrichter Verfahren gegen zwei Ex-Mitarbeiter des Unternehmens. Gegen einen dritten Mann waren bereits am Donnerstag förmliche Ermittlungen eingeleitet worden.

Nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP handelt es sich dabei um den früheren Konzernchef von LafargeHolcim, Eric Olsen. Dessen Anwalt sagte der Agentur, dass Olsen die Einleitung des Verfahrens anfechten werde.

Lafarge hatte ein Werk in Syrien trotz des Bürgerkriegs bis 2014 weiter betrieben. Das lokale Unternehmen zahlte Geld an Dritte, um Arrangements mit bewaffneten Gruppen auszuhandeln, damit die Produktion weitergehen konnte. Der LafargeHolcim-Konzern hatte dies im März eingeräumt und als "nicht akzeptabel" bezeichnet. Konzernchef Olsen hatte vor diesem Hintergrund im April seinen Rücktritt eingereicht, zugleich aber versichert, er sei nicht beteiligt gewesen. Das Unternehmen äußerte sich am Samstag auf Anfrage nicht zu den neuen Entwicklungen.

Vor gut einer Woche waren laut Justizkreisen bereits gegen drei andere Männer, die damals bei Lafarge Verantwortung trugen, Ermittlungsverfahren eröffnet worden. Die französische Lafarge-Gruppe hatte sich 2015 mit dem Schweizer Konzern Holcim zusammengeschlossen. (APA)