Österreich/Europa

EU will Sanierung von Gebäuden beschleunigen

Lesen Sie, wie das zur österreichischen Klimastrategie passt.

Österreich EU Energieeffizienz Sanierung

In Wien ist die Sanierung auch bei der Stadterneuerung ein großes Thema.

Bis 2050 sollen alle älteren Gebäude in Europa so saniert werden, dass sie fast ohne Ausstoß von Klimagasen geheizt und gekühlt werden können. Das sei das Ziel der Gebäudeeffizienzrichtlinie, die das Europaparlament kommende Woche beschließen will, sagte der deutsche CDU-Europaabgeordnete Peter Liese am Mittwoch in Brüssel.

Dafür müssten pro Jahr etwa dreimal so viele ältere Häuser modernisiert werden wie heute. Denn bei der derzeitigen Quote von einem Prozent pro Jahr bräuchte man 100 Jahre. Die Richtlinie lässt den EU-Staaten viel Handlungsspielraum für ihre Renovierungsstrategien. Vorgesehen ist jedoch konkret, alle Heizungen in Europa rasch mit sogenannten Thermostatventilen auszustatten. Europaweit fehlten sie in vier von zehn Heizungen, sagte Liese. Das bedeutet, dass man die Heizkörper nur auf oder zu drehen, aber die Temperatur nicht regeln kann.

Mit dem Ventilaustausch ließen sich nach Lieses Worten rechnerisch sieben Prozent des Heizenergieverbrauchs in Wohngebäuden in der EU einsparen. Das entspreche rund 30 Millionen Kohlendioxid pro Jahr, der Ausstoß von rund 15 Millionen Autos. Die Richtlinie ist Teil des Pakets zur Umsetzung des EU-Klimaschutzziels, bis 2030 mindestens 40 Prozent weniger Kohlendioxid auszustoßen als 1990.

Die thermische Sanierung von Gebäuden ist auch ein wichtiger Punkt der österreichischen Klimastrategie - schließlich verursachen Heizung und Warmwasserbereitung in Gebäuden derzeit rund 16 Prozent der Treibhausgasemissionen der Sektoren außerhalb des Emissionshandels. Im aktuellen Budget habe man dafür über 70 Millionen Euro veranschlagt, sagte Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) bei der Vorstellung des Entwurfs der Klimastrategie in der vergangenen Woche. (APA)