Österreich

EU für kilometerabhängige europaweite Maut

Lesen Sie hier, wie der Verkehrsminister Leichtfried die Vorschläge der EU-Kommission zu Entsendung und Kabotage sieht.

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Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) hat sich gegen das Konzept einer kilometerabhängigen europaweiten Maut ausgesprochen. Solche distanzbasierten Systeme führten zu Staus, mehr Abgasen, Verzögerungen und wären wegen der unklaren Transportkosten für die wirtschaftliche Planbarkeit nicht optimal, sagte Leichtfried am Dienstag in Brüssel.

Leichtfried begrüßte aber vor einer Aussprache der EU-Verkehrsminister die Absicht der EU-Kommission, das Mautsystem zu ökologisieren. Es gebe durchaus Chancen, eine europaweite Maut zu erreichen. Hier liege es auch an der nächsten österreichischen Regierung, Verbündete zu suchen.

Leichtfried forderte die künftige Bundesregierung auch auf, die "Road Alliance" mit Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, der Schweiz und anderen europäischen Staaten gegen Sozial- und Lohndumping im Verkehrssektor weiter zu pflegen. Die Gruppe trete gegen eine "ideologische Liberalisierung" auf, während viele osteuropäische Staaten keine Regelungen und Kontrollen wollten.

Leichtfried kritisierte mehrere Punkte in dem Vorschlag der EU-Kommission für das Mobilitätspaket. Zwar sei es richtig, Kleinlaster unter 3,5 Tonnen einzubeziehen, doch sehe die EU-Kommission zu viele Ausnahmen vor. Österreich lehne auch den Vorschlag der EU-Kommission für Kabotage (Transporte innerhalb eines anderen Staates) ab. Österreich wolle nur eine kleine Anzahl an Kabotagefahrten und auf wenige Tage begrenzt erlauben, sagte Leichtfried.

Auch in dem Vorschlag der EU-Kommission zur Entsendung sieht Leichtfried zu viele Schupflöcher. Positiv sei ein Verbot der Wochenendruhe in der Fahrerkabine. Gut sei auch die Einführung eines digitalen Tachografen, doch leiste Polen dabei enormen Widerstand. (APA)