Österreich

Eklat bei s Immo - steht Pecik dahinter?

Auslöser war ein Streit um die Altersgrenze, aber auch andere müssen gehen.

Der Kleinanlegervertreter und ehemalige s-Immo-Aufsichtsrat Wilhelm Rasinger wirft Immofinanz-CEO Ronny Pecik (BIld) "Demütigung auf offener Bühne" vor.

Die Hauptversammlung der s Immo AG am Montag ging mit einem Eklat zu Ende: Die Vorstandsperiode von CEO Ernst Vejdovszky endet wohl aller Voraussicht nach mit 30. Juni 2021. Denn ein Antrag auf Änderung jenes Passus in der Satzung, die ihm aus Altersgründen ein Weitermachen untersagt, ist von den Aktionären abgelehnt worden, berichteten "Börsianer", "Kurier" und "Immoflash". Zudem wurde auf der HV der Aufsichtsrat von sieben auf vier Mitglieder gekürzt.

Zur Begründung für die von ihnen verlangte Altersgrenzen-Satzungsänderung hatten s-Immo-Vorstand und -Aufsichtsrat zum Tagesordnungs-Beschlussvorschlag erklärt: "Die vor vielen Jahren eingeführte Altersgrenze für Vorstandsmitglieder entspricht heute nicht mehr den Usancen von börsenotierten Aktiengesellschaften und wurden in den letzten Jahren entsprechende Satzungsbestimmungen bei anderen börsenotierten Aktiengesellschaften gestrichen. Dies soll nun auch bei der s Immo AG erfolgen." In Kürze, Ende Oktober, wird Vejdovszky 67 Jahre alt. Seit 2001 gehört er dem s-Immo-Vorstand an.

Die AR-Mandate des Vorsitzenden Martin Simhandel und des Vize-Vorsitzenden Franz Kerber wurden am Montag mit den Stimmen der Immofinanz nicht verlängert, wie die s Immo am Montagnachmittag mitteilte. Auch Andrea Besenhofer werde das Gremium verlassen. Die Genannten würden mit HV-Ende aus dem Aufsichtsrat der s Immo ausscheiden.

Der Aufsichtsrat muss sich nun neu konstituieren und wird aus den verbleibenden vier Mitgliedern - Hanna Bomba, Christian Hager, Manfred Raph und Karin Rest - einen neuen Vorsitzenden sowie dessen Stellvertreter wählen.

Der Kleinanlegervertreter und ehemalige s-Immo-Aufsichtsrat Wilhelm Rasinger vom Interessenverband für Anleger (IVA) sprach am Montag zur Abwahl der Aufsichtsräte gegenüber "immoflash" von einer "Demütigung auf offener Bühne" und griff Immofinanz-CEO Ronny Pecik an. Die Aufsichtsräte hätten nicht in dessen Konzept gepasst, die Vorgangsweise komme "einer öffentlichen Exekution gleich". Man habe zuvor keine Gespräche mit den scheidenden Aufsichtsräten geführt, sondern bis zur Hauptversammlung gewartet. "Das war eine brutale Vorgehensweise", so Rasinger, der dem AR bisher angehört hat und nach dem ursprünglichen Vorschlag auf der HV als achtes AR-Mitglied verlängert werden sollte. (APA)

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