Europa

EIB will Verfall von Brücken und Straßen stoppen

Es geht dabei um enorme Summen, doch vor dem Hintergrund der Genua-Katastrophe bleibt kaum ein anderer Weg.

Morandi-Brücke Infrastruktur EU

Nach dem Brückeneinsturz von Genua will die Europäische Investitionsbank (EIB) den Verfall von Brücken, Straßen und Bahnstrecken in Europa stoppen. Die Investitionsbank könne "als EU-Bank dabei helfen, unsere Infrastruktur instand zu setzen und zu modernisieren", sagte EIB-Präsident Werner Hoyer der "Süddeutschen Zeitung" (Montagsausgabe). 

Dies wolle er den EU-Finanzministern bei ihrem Treffen in dieser Woche in Wien vorschlagen. Um die Infrastruktur in der Europäischen Union so zu erhalten, wie sie ist, bräuchte es laut Hoyer allerdings einen dreistelligen Milliardenbetrag pro Jahr. "Das verschlägt einem schon die Sprache", sagte der EIB-Präsident.

Hoyer verwies auf Studien, denen zufolge bei einer Infrastrukturmaßnahme eigentlich von vornherein 50 Prozent der Kosten für den Erhalt eingeplant werden müssten. In Europa sei davon aber bestenfalls ein Drittel gewährleistet, kritisierte er. Der Rest sei nicht abgedeckt, was zu einer ständigen Verschlechterung des Zustands von Schulgebäuden, Bahnstrecken und Straßen führe.

Das Brückendrama von Genua habe der EU vor Augen geführt, "was wir seit langer Zeit vernachlässigen", sagte Hoyer. Dies sei nicht auf Italien beschränkt: Hoyer verwies auf die Leverkusener Brücke in Köln, die für Lastwagen nicht mehr befahrbar sei.

Im vergangenen Monat war in Genua ein Abschnitt der maroden Morandi-Autobahnbrücke eingestürzt. Zahlreiche Autos stürzten in die Tiefe. 43 Menschen kamen durch das Unglück ums Leben. (APA)