Baufahrzeuge

Dieser Straßenkipper braucht nur 30,5 Liter

Mit der Baufahrzeugreihe XT ist die neue Scania Fahrzeuggeneration komplett. Wir haben uns einen 4-Achser mit 450 PS Leistung und aufgebautem Meiller-Kipper im Test vorgenommen.

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Das Testfahrzeug, ein Scania G 450 Kipper der neuen XT-Baufahrzeuggeneration, wird mit Schotter beladen.

Prinzipiell steht die ganze Breite der Palette an unterschiedlichen Motorisierungen und Fahrerkabinen der neuen Scania Generation auch als XT-Version für den Baustelleneinsatz zur Verfügung. Dabei strahlt schon die Optik ein hohes Maß an Robustheit aus: Unser G 450 kommt in der XT-Ausführung serienmäßig mit vergitterten Frontscheinwerfern und einem verstärkten Gehäuse der Seitenspiegel zum Test. Die Stoßstange ist weit nach oben gezogen und ermöglicht einen steilen Böschungswinkel von bis zu 25 Grad. Mit 4 mm dickem Stahl ist der vordere Stoßfänger besonders massiv ausgeführt und ragt 15 Zentimeter über die Fahrzeugfront heraus. Ein Abschlepphaken, verborgen unter der klappbaren Nummernschildabdeckung, ist serienmäßig integriert und auf 40 Tonnen Gewicht ausgelegt.  Damit  kann  das  Fahrzeug  aus  einer  schwierigen Situation herausgezogen werden, ohne dass es zuvor entladen werden muss. Praktisch ist auch die Trittstufe seitlich an der Kabine, über die der Fahrer in Richtung Ladefläche hinübersteigen kann.

Antriebstrang

Der 450 PS starke 13-Liter-Motor liefert satte 2.350 Newtonmeter Drehmoment – das ist mehr als genug, um unseren Straßenkipper auch mit 32 t Gesamtgewicht zügig im Straßenverkehr voranzubringen, auch auf der Autobahn. Die Frischluft für die Verbrennung saugt unser Scania weit oben hinter der Kabine an, wobei auch ein mechanisches Staubfiltersystem in der Ansaugeinheit untergebracht ist: Durch Zirkulation werden damit Feststoffe aus der angesaugten Luft ausgeschieden.

Als Getriebe verrichtet das automatisierte Scania Opticruise GRSO905 mit 12+2 Vorwärts- und zwei Rückwärtsgängen seinen Dienst. Erstmals dabei ist auch ein optional zu verwendendes Kupplungspedal, das wir allerdings nur ein einziges Mal benützen, um es zu testen. Solange man nicht irgendwo im Matsch stecken bleibt und sich freischaukeln muss, braucht man es nicht.

Fahrgestell

Scania hat sein Baufahrgestell vollständig überarbeitet und dabei vor allem auf Aufbaufreundlichkeit großen Wert gelegt. Dazu setzen die Schweden auf einen durchgehend gelochten Hauptrahmen, der dem Fahrzeugbau-Spezialisten viele Optionen zur Befestigung des Aufbaus offen lässt. Zudem wurden die  Stoßdämpfer  abgesenkt,  damit diese nicht mehr über den Fahrzeugrahmen nach oben ragen, wo sie dem Aufbau im Wege stehen könnten.

Die Offroad-Eigenschaften des neuen Scania G 450 in XT-Ausführung konnten wir in einer Schottergrube bei Sollenau der Firma ContraCon, einem Tochterunternehmen von Pittel+Brausewetter, auf die Probe stellen. Dort fanden wir das ideale Terrain vor, um das Fahrzeug auch abseits der Straße zu testen. Positiv fiel dabei das überarbeitete Fahrwerk auf: Um allzu starken Verwindungen im Gelände vorzubeugen, ist nun auch an der zweiten Vorderachse der neuen Baufahrzeugreihe ein Stabilisator verbaut – diese Verbesserung ist durch das stabile Fahrverhalten, auch bei starken Bodenunebenheiten und zügiger Fahrweise, für den Lenker deutlich spürbar.

Verbrauch

Wir haben zwei idente Testrunden, einmal leer und einmal voll beladen, mit unserem Scania G 450 auf öffentlichen Straßen im Bereich der Bezirke Wiener Neustadt und Baden in Niederösterreich gedreht. Die 63 Kilometer lange Testrunde verlief zu etwa 20 Kilometern auf der Autobahn, der Rest über gut ausgebaute Bundesstraßen, teilweise auch durch Ortsgebiet. Dabei erzielten wir unter schlechten Wetterverhältnissen voll beladen einen Verbrauchswert von 35,8 Litern Diesel auf 100 Kilometer. Bei der Leerfahrt kamen wir lediglich auf 25,2 Liter.

Da Kipperfahrzeuge in der Regel so eingesetzt werden, dass sie Material von A nach B transportieren und dann wieder leer zum Ausgangspunkt zurückkehren, macht es Sinn, aus den gemessenen Verbräuchen der Voll- und Leerfahrt einen durchschnittlichen Dieselverbrauch zu errechnen. Dieser liegt bei 30,5 Liter auf 100 Kilometer. Der durchschnittliche AdBlue-Verbrauch, gemeinsam für beladene und unbeladene Fahrten ermittelt, lag bei 2,6 Liter je 100 km.

Testfahrzeug (technische Daten) Scania G 450 B8x4HZ

  • Motor: Scania DC13, 331 kW (450 PS) bei 1.900 U/min; 2.350 Nm bei 1.000 – 1.300 U/min
  • Kabine: CG17N, Komfort-Luftfederung
  • Vorderachsen: 2x32 parabolische Blattfederung, je 7,5 t
  • Hinterachsen: 2x38+2x45 parabolische Blattfederung, je 10,5 t
  • Lenkung: Hydraulisch unterstützte Kugelumlauflenkung
  • Getriebe: Scania GRSO905R, 2-Pedal Opticruise mit optional einsetzbarem Kupplungspedal
  • Gangspreizung: 13,28 – 0,80 (12+2 Vorwärtsgänge, 2 Rückwärtsgänge)
  • Hinterachsübersetzung: 3,67
  • Dauerbremsanlage: Automatische Motorbremse, 256 kW bei 2.400 U/min; Retarder Scania R4100D mit 4.100 Nm/500 kW maximale Bremsleistung
  • Gewicht Fahrgestell (ohne Aufbau): 10,798 t
  • Testgewicht leer inkl. Meiller-Kipper 14,22 t
  • Testgewicht voll beladen: 31,68 t
  • Testverbrauch Leerfahrt: 25,2 Liter/100 km
  • Testverbrauch beladen: 35,8 Liter/100 km
  • Durchschnittsverbrauch (voll+leer): 30,5 Liter/100 km
  • Ad-Blue: 2,6 Liter/100 km

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