Karl-Heinz Strauss ist CEO der Porr AG

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"Die Wiener Börse: der richtige Platz für die Porr?"

Eine Analyse von Porr-CEO Karl-Heinz Strauss

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Als ich im Herbst 2010 den Vorstandsvorsitz der PORR übernahm, haben wir unter anderem auch einen Börsenrückzug evaluiert. Die PORR ist ja seit ihrer Gründung im Jahr 1869 an der Wiener Börse notiert und heute das älteste, noch aktive Börsenunternehmen. Über lange Zeit hinweg wurde der PORR Börsennotiz wenig Beachtung geschenkt. Mein Partner Klaus Ortner und ich waren uns jedoch rasch einig, dass die PORR notiert bleibt. Gleichzeitig war uns klar, dass der Kapitalmarkt nur Sinn macht, wenn wir unsere Präsenz ernst nehmen. Es war von Anfang an unsere Strategie, den Analysten und dem Kapitalmarkt nicht blind zu folgen, sondern unsere Ziele konsequent umzusetzen. Heute notiert die PORR im Prime Market und steht am Sprung in den ATX.

Wir haben den Börsenplatz Wien ebenfalls kritisch in Frage gestellt. Für mich war aber bald klar, dass die PORR in Wien bleiben muss. Service und Know-how sind gut, in Summe ist Wien absolut kompetitiv. In Österreich kennt man die PORR seit fast 150 Jahren. Das Land ist mit Abstand unser stärkster Heimmarkt.

In den letzten Jahren haben wir den Informationsfluss und die Coverage kontinuierlich aufgebaut. Denn besser man ist ein Rising Star, als ein Shooting Star. Wir haben mit dem Syndikat Ortner-Strauss einen stabilen Kernaktionär, der die Fortsetzung unserer langfristigen Erfolgsstrategie des Intelligenten Wachstums garantiert. Dass wir als unternehmergeführtes Familienunternehmen für erratische Eigentümerzuckungen nicht anfällig sind, schätzen unsere Investoren. Die PORR hat mittlerweile rund 40% Streubesitz, der sich über unsere Dividendenpolitik freuen kann.

Natürlich sind internationale institutionelle Investoren sehr wichtig: Anleihen oder Hybridanleihen wären sonst nicht platzierbar. Diese Investoren benötigen professionelle Betreuung durch unser Investor Relations-Team in One-on-Ones, auf Konferenzen etc. Wir schauen aber auch auf den Kleinanleger. Er will gut informiert werden, steht zur Aktie und wirft sie nicht bei der ersten Gewitterwolke weg. Daher bin ich mindestens einmal im Jahr persönlich bei den Investoren, damit die Menschen sehen, wer hinter der PORR steht. Und ich achte strikt auf Fairness – für Kleinanleger, institutionelle Investoren und natürlich auch die PORR selbst.