Coronavirus

„Die Hoffnung besteht, dass bereits nach Ostern der Baustellenbetrieb wieder aufgenommen wird“

Wir sprachen mit Markus Ringer, dem Geschäftsführer der großen oberösterreichischen Schalungsfirma Ringer, über Geschäftslage und Ausblick für die Bauwirtschaft nach der Coronakrise. Er sieht Licht am Ende des Tunnels und auch schon jetzt, wenn man genau schaut.

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SOLID: Wie ist aktuell die Stimmung bei Ringer und bei Ihren Kunden? Wie ist es in den unterschiedlichen Gebieten inÖsterreich und wie ist es im Ausland – sie sind ja auch international tätig?

Markus Ringer: Die allgemeine Stimmung bei Ringer ist für die außergewöhnlichen Umstände relativ gut. Die Produktion läuft weiter und auch das Tagesgeschäft wird weiterhin abgewickelt. Laufende Projekte werden - so gut es geht - bearbeitet und auch unsere aktuellen Investments werden nicht gestoppt.

Die Stimmung bei unseren Kunden variiert je nach Gebiet. So sind unsere Kunden im Osten positiver gestimmt als jene im Westen. Dieses Verhalten lässt sich natürlich auf die aktuelle Ausgangssperre sowie die Quarantäneverordnung in Tirol zurückführen. Viele Betriebe im Westen mussten im Zuge der Epidemie vorübergehend schließen. Durch laufende Abstimmung und Zusammenarbeit mit unseren Geschäftspartnern versuchen wir, deren Anliegen und Bedürfnisse so weit wie möglich zu behandeln.

Im Ausland besteht nach wie vor Bedarf an unseren Produkten.

Die Hoffnung besteht jedoch, dass bereits nach Ostern der Baustellenbetrieb wieder aufgenommen wird und sich der Arbeitsalltag normalisiert.

Wie geht Ringer mit Covid-19 um? Welche Sicherheits- und Schutzmaßnahmen gibt es für Mitarbeiter? Ist Kurzarbeit ein Thema und wie denken Sie über Kündigungen?

Markus Ringer: Die Sicherheitsbestimmungen sind notwendige Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter und des eigenen Wohls. Alle Sicherheitsbestimmungen werden strikt eingehalten. In Abteilungen, in denen es möglich ist, seine Arbeitsleistung auch daheim zu erledigen, wurde selbstverständlich auf Homeoffice umgestellt. Wo arbeitsbedingt eine physische Anwesenheit notwendig ist, wird nur noch in kleinen Teams, mit ausreichend Sicherheitsabstand, gearbeitet. Darüber hinaus werden Alturlaubstage und Zeitausgleichsstunden abgebaut. Kurzarbeit ist wie für viele andere Unternehmen auch für uns ein großes Thema. Oberste Priorität hat die Sicherheit der Arbeitsplätze unserer Mitarbeiter. Darum möchten wir auch auf jegliche Kündigungen verzichten!

Nehmen Sie Förderungen in Anspruch und welche?

Markus Ringer: Wie viele andere Firmen werden auch wir Kurzarbeit beantragen. Ich habe allerdings die Hoffnung, dass diese - wenn überhaupt - nur in geringem Ausmaß erforderlich sein wird.

Wie gehen Sie mit dem Rückgang bei der Nachfrage um? Produzieren Sie weiter?

Markus Ringer: Die Nachfrage ist glücklicherweise nicht komplett auf null gesunken, sondern nur den Umständen entsprechend zurück gegangen. Wir hoffen jedoch, dass nach dieser Epidemie ein starker Nachhofbedarf an unseren Produkten besteht.  Wir produzieren daher natürlich weiterhin, um für den zukünftigen Kundenbedarf bestens vorbereitet zu sein.

Könnten Sie bei Bedarf ganz normal liefern?

Markus Ringer: Ja, wir können alles liefern!

Machen Sie sich Sorgen um die Rohstoff- und Materialversorgung? Zeichnen sich hier Engpässe ab?

Markus Ringer: Das ist derzeit noch kein Thema, da unserer Lager zum Glück sehr gut gefüllt sind. In den nächsten Wochen kann es natürlich bei einigen Rohmaterialien enger werden. Hier sind wir aber intensiv auf der Suche nach Alternativen. Wie gesagt, unsere Lager sind sehr sehr gut gefüllt!

Welche Maßnahmen erwarten Sie sich von der Regierung? Wäre ein vollständiger Baustopp sinnvoll?

Markus Ringer: Die Maßnahmen der Regierung sind weitestgehend gut durchdacht und vorausschauend geplant. Eine genaue sowie aussagekräftige Beurteilung ist jedoch frühestens nach der Bewältigung dieser Epidemie möglich. In unserer Branche wäre ein allgemeiner Baustopp von maximal zwei Wochen zu Ostern durchaus anzudenken, wenn nicht zu empfehlen.

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