Italien

Di Maio löst Baufirma seiner Familie auf

Hintergrund sind Berichte über Bausünden und Schwarzarbeit.

Italien

5-Sterne-Chef Luigi Di Maio 

Italiens Vizepremier und Chef der populistischen Fünf Sterne-Bewegung, Luigi Di Maio, hat die Auflösung der Baufirma seiner Familie angekündigt, an der er beteiligt ist. "Die Aktivität der Baufirma ist seit einem Jahr stillgelegt worden, daher haben wir ihre Auflösung beschlossen", so Di Maio.

Die Baufirma der Familie Di Maio hatte zuletzt in den Medien für Eklat gesorgt. Der Vater des Vizepremiers Antonio war beschuldigt worden, drei Mitarbeiter schwarz beschäftigt zu haben. Auf einem Grundstück der Familie Di Maio im süditalienischen Pomigliano d ́Arco bei Neapel wurden nicht entsorgte Bauabfälle entdeckt, die Polizei beschlagnahmte die Flächen. Zudem fehlten für vier Gebäude auf dem Grundstück die Baugenehmigungen.

Di Maios Vater gab zu, er habe als kleiner Unternehmer "Fehler" gemacht, die nicht seinem Sohn Luigi angelastet werden sollten. Er kritisierte eine Medienkampagne, die seinem Sohn politisch schaden wolle.

Der Vizepremier erklärte am Mittwoch, er löse die Baufirma auf, um volle Transparenz zu garantieren. Er betonte, dass er sich nicht persönlich um die Baufirma seines Vaters gekümmert habe, an der er beteiligt war. Er und sein Vater hätten jahrelang nicht miteinander gesprochen, die Beziehung sei nicht gut gewesen, sagte der Vize-Regierungschef.

"Es ist richtig, dass man auch die Familienangehörigen des Vizepremiers unter die Lupe nimmt", sagte der 32-Jährige. Seine Bewegung, die Italien seit sechs Monaten regiert, hat sich Ehrlichkeit auf die Fahnen geschrieben. Die Fünf-Sterne-Bewegung hatte 2017 den damaligen Regierungschef Matteo Renzi und die Reformenministerin Maria Elena Boschi vehement attackiert, als gegen deren Väter ermittelt wurde. (APA)