Digitalisierung

Deutsch-französischer Wirtschaftspreis geht an Baudigitalisierungsprojekt

Bei der Verleihung in Paris wurden die Unternehmen OFA Attestation Légale, Lyon und die Zertifizierung Bau GmbH, Berlin, mit dem Preis für „Innovative Kooperationen“ ausgezeichnet.

Digitalisierung Deutschland Frankreich

Freude über den Wirtschaftspreis bei den Teams aus Frankreich und Deutschland: Geschäftsführer Gerhard Winkler, Olivier Berger (CIO von OFA Attestation Légale), Michael Schneider (Geschäftsführer OFA GmbH), Renaud Sornin (Président OFA Attestation Légale), Maren Radunz, Romait Benoit (Directeur Générale von OFA Attestation Légale), Nadine Engel, Thé-loc Truong (CFO von OFA Attestation Légale), Dr. Ing. Matthias Witte (v.lks.).

Das 2010 gegründete Unternehmen Attestation Légale hat sich auf die Online-Administration von Fachdokumenten der Baubranche spezialisiert. Das junge Unternehmen arbeitet seit 2019 mit der führenden Zertifizierungs- und Präqualifikationsstelle in Deutschland, Zertifizierung Bau GmbH, ein wichtiger Akteur der Bauwirtschaft in Deutschland, zusammen. Gemeinsam gründeten sie die Tochtergesellschaft OFA GmbH mit dem strategischen Ziel, “einen europäischen Champion der administrativen Harmonisierung zu schaffen und damit die Endbürokratisierung voranzubringen”. Im Fokus stehen der gemeinsame Aufbau und die gemeinsame Nutzung von OnceForAll - einer Internet basierten, europäischen b2b-Plattform, die regelmäßig aktualisierte Dokumente und Compliance-Informationen von Unternehmen vorhält und verwaltet - sowohl für Nachunternehmer als auch deren Auftraggeber. 

Dass die Entscheidung letztendlich auf die Partner aus Lyon und Berlin fiel, wurde in der Laudatio insbesondere mit der dargestellten Perspektive, die Online-Plattform nicht nur bilateral zu nutzen, sondern sukzessive in Europa zu etablieren und europäischen Unternehmen zur Verfügung zu stellen, begründet. Dazu erläuterte Gerhard Winkler: „Unsere gemeinsame Vision ist es, viel mehr als eine deutsch-französische Partnerschaft zu leben, wir möchten die Plattform europaweit zum Einsatz zu bringen und damit unseren Beitrag zu einer Entbürokratisierung zu leisten. Wir bringen nicht nur den europäischen Gedanken voran, wir stärken gemeinsam auch die europäische Wirtschaft und speziell die Bauwirtschaft bei der nach wie vor von amerikanischen Konzernen dominierten Digitalisierung." Renaud Sornin führte weiter aus: „Was uns zusammengebracht hat, ist die tiefe Überzeugung, dass wir die Kräfte unserer beiden nationalen Plattformen bündeln müssen, um eine europäische Plattform zu schaffen, bevor eine GAFA diesen Platz einnimmt. Und dazu mussten wir unsere nationalen Egos zurückziehen. Ich möchte sagen, wenn Viadeo und Xing sich zusammengeschlossen hätten, hätten wir ein europäisches LinkedIn.“

Der deutsch-französische Wirtschaftspreis wurde im Jahr 2011 von der Deutsch-Französischen Handelskammer (AHK Frankreich) unter der Schirmherrschaft der französischen und deutschen Wirtschaftsministerien ins Leben gerufen. Ziel war es, wirtschaftlich und unternehmerisch vorbildliche Kooperationen zwischen den beiden Ländern hervorzuheben und zu würdigen. Wettbewerbskategorien waren ursprünglich „Persönlichkeit der Wirtschaft“, „Innovative Kooperationen“, „Persönlichkeit des Jahres“ sowie „Startup“. Ab 2013 wurde ebenfalls ein Preis der Kultur- und Kreativwirtschaft ausgelobt. Alle zwei Jahre findet anlässlich einer festlichen Galaveranstaltung die Verleihung dieser fünf Preise an herausragende Unternehmen oder Persönlichkeiten des deutsch-französischen Austausches statt.