Fotochronik

Der Niedergang von Bilfinger

Finden Sie hier die minutiöse Chronik des Absturzes des einst mächtigen Mannheimer Baukonzerns.

International Bilfinger
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© dpa So begann der Niedergang des einst stolzen Mannheimer Baukonzerns: Nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs im Frühjahr 2009, bei dem zwei Menschen starben, geriet Bilfinger wegen Baupfusch-Vorwürfen (die Firma war am U-Bahnbau in Köln beteiligt) in die Kritik.
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So begann der Niedergang des einst stolzen Mannheimer Baukonzerns: Nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs im Frühjahr 2009, bei dem zwei Menschen starben, geriet Bilfinger wegen Baupfusch-Vorwürfen (die Firma war am U-Bahnbau in Köln beteiligt) in die Kritik.
© Michael Hetzmannseder
Im Herbst 2009 bereitete der deutsche Baukonzern einen Formwechsel in eine europäische Aktiengesellschaft vor. Wesentlicher Grund dafür seien die wachsenden europaweiten Aktivitäten, hieß es.
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Aufgrund offener Forderungen in dreistelliger Millionenhöhe aus einem Autobahnbau in Katar senkt der Baukonzern Bilfinger Berger seine Prognose für 2009. Der deutsche Baukonzern erwägt einen kompletten Rückzug aus der jahrelang boomenden Region. Konzernchef Bodner spricht offen von "schlechten Erfahrungen".
© MCE
Bilfinger Berger kauft den Dienstleistungskonzern Linzer MCE, der auf Errichtung von Anlagen der Prozessindustrie spezialisiert ist. Der Kaufpreis beträgt 350 Millionen Euro. MCE hat rund 6500 Beschäftigte.
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Anfang 2010 will Bilfinger Berger die gute Stimmung in Australien nutzen, um seine schwankungsanfällige Bausparte drastisch zu reduzieren. Die australische Tochter soll an die Börse und verkauft werden - dabei ist sie hochrentabel.
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Ebenfalls 2010 will der zweitgrößte deutsche Baukonzern mittelfristig deutlich rentabler werden. Als wichtigste Schritte auf dem Weg sieht man bei Bilfinger Berger den Ausbau der Dienstleistungen und eine Reduzierung des Baugeschäfts.
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Im Juni 2011 verlässt Richard Metzenbauer (Foto) das Unternehmen. Metzenbauer leitete seit dem Markteintritt 1984 die österreichische Bilfinger Berger Baugesellschaft m.b.H.
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Im Juli 2011 übergibt der Österreicher Herbert Bodner dem ehemalige Politiker Roland Koch den Chefsessel des zweitgrößten deutschen Baukonzerns. Das Unternehmen ist zwar erfolgreich, sein Image aber seit dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs angekratzt. -Nur drei Jahre später wird Koch den Chefsessel räumen müssen. Der ehemalige Spitzenpolitiker hat Bilfinger radikale Einschnitte verordnet - und ist offenbar mit seiner Strategie gescheitert.
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2012 bleibt Bilfinger Berger trotz Eurokrise optimistisch und hält an seiner Prognose für die langfristige Entwicklung fest - Verdopplung des Ergebnisses bis 2016.
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Anfang 2013 plant Roland Koch (Bild) noch weitere Zukäufe. Die Konzern-Leistung soll auf 11 bis 12 Mrd. Euro klettern, der Mitarbeiterstand ist bei 70.000. Im Herbst 2012 ändert der Konzern seinen Namen auf Bilfinger.
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Im vierten Quartal 2013 schafft Bilfinger zwar sein Jahresziel und kündigt Zuwächse an. Gleichzeitig wird aber von einem Sparprogramm gesprochen. Bereits im Jänner 2014 streicht der deutsche Industriedienstleister und Baukonzern deutschlandweit rund 800 Verwaltungsstellen, die meisten davon in München.
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Im August 2014 veröffentlicht Bilfinger Zahlen zum Gewinneinbruch. Schuld am eklatanten Minus ist laut Konzern die Energiewende. Stellen werden gestrichen, Besserung erwartet.
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Ende 2014 geht das Bilfinger Baugeschäft in Österreich an die Schweizer Implenia. Deutschlands zweitgrößter Baukonzern Bilfinger, der mit 17 Gesellschaften in Österreich vertreten ist, verkauft große Teile seines Tiefbaugeschäfts.
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Mitte 2015 trennt sich Bilfinger wegen hoher Verluste von seinem Kraftwerksgeschäft. Der deutsche Bau- und Dienstleistungskonzern zieht nach einer Serie von Gewinnwarnungen die Reißleine und spaltet sich auf.
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Das Jahr 2015 schließt Bilfinger mit Rekordverlust ab. Das Minus beträgt bedingt durch hohe Abschreibungen fast 500 Mio. Euro.
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2016 soll Thomas Blades (Foto) den Posten nach dem überraschenden Ausscheiden des Koch-(und zwischenzeitlich noch einmal kurz Bodner-)Nachfolgers Per Utnegaard (NOR) spätestens im dritten Quartal antreten. Die Grundsatzentscheidung über die Zukunft des Bau- und Immobilienservicegeschäftes, dessen Verkauf seit Jahresbeginn geprüft wird, dürfte damit ohne ihn fallen. Außerdem streicht der Konzern Stellen für 100 Millionen.
© Paul Wilkinson / CC BY 2.0
Anfang Juni 2016 verkauft der kriselnde deutsche Konzern Bilfinger seine Bau- und Gebäudedienstleistungen. Die wichtige Sparte geht für 1,2 Mrd. Euro an den schwedischen Finanzinvestor EQT. "Der Preis ist sehr gut", sagte Finanzvorstand Axel Salzmann.
© Beigestellt
Im Juli 2016 taucht plötzlich die Frage auf: Kaufen Strabag (im Bild CEO Thomas Birtel) oder Porr Bilfinger Hochbau von EQT? Der schwedische Finanzinvestor wolle die Hochbau-Sparte umgehend weiterreichen, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die Strabag bekundete gegenüber SOLID Interesse.
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Und auch Porr-Chef Karl-Heinz Strauss reagierte so unmissverständlich, wie es zu diesem Zeitpunkt wohl möglich war: „Natürlich schauen wir uns interessante Übernahmekandidaten an und prüfen, ob sie für die PORR einen Mehrwert bringen. Das ist auch bei der Hochbausparte von Bilfinger der Fall. Mehr kann ich zum aktuellen Zeitpunkt nicht sagen.“