S 34

Abweichungen werden moniert

"Grundsätzliche Mängel für eine fundierte Basis zur unabhängigen Entscheidungsfindung"?

Österreich ASFINAG

Vergleicht man die Werte der strategischen Prüfung 2005 mit jenen von 2009 der ASFINAG und den tatsächlichen Werten aus 2012, so ergeben sich deutliche Abweichungen. Es kann klar festgestellt werden, dass die Annahmen und Prognosen aus dem Jahr 2005 nicht der tatsächlichen Entwicklung entsprechen.

Allerdings wurde die Prognose von 2005 für die Feststellung der hochrangigen Bedeutung der Straße herangezogen, um sie durch die ASFINAG errichten lassen zu können. Bei der strategischen Prüfung 2009 wurde bewusst auf diese, mittlerweile als zu hoch angesetzt erwiesenen, Werte zurückgegriffen, ohne eine neuerliche Überprüfung anzudenken. Durch die neuesten Zahlen wird belegt, dass die Entlastungswirkung, die behauptet wird, sich durch das Nichteintreten der Verkehrssteigerung in das Gegenteil verkehrt, also durch den Bau der Straße eine zusätzliche Belastung um bis zu 60 % des Verkehrsaufkommens entstünde.

Mit zunehmender räumlicher Nähe zu St. Pölten sind geringe Zuwächse beim Verkehrsaufkommen auf der B 20 in den vergangenen Jahren zu verzeichnen, insbesondere der Berufspendelverkehr in der Früh- und Abendspitze ist erkennbar, doch ist kein nennenswerter Trend daraus abzuleiten. Eine Entlastung wäre durch die Anbindung an attraktive öffentliche Verkehrsmittel mühelos zu erzielen.

Fazit: Die Widersprüche, die sich aus der Zusammenschau der Inhalte der beiden strategischen Prüfungen zur S 34 seitens der ASFINAG ergeben, zeigen grundsätzliche Mängel für eine fundierte Basis zur unabhängigen Entscheidungsfindung. Die TU Wien empfiehlt, die Grundlagen der Modellberechnungen der ASFINAG in den strategischen Prüfungen offenzulegen, um eine seriöse Information der Betroffenen zu ermöglichen. Eine weitere Attraktivierung des Straßenverkehrs durch Kapazitätserweiterungen führt zu einer Erhöhung der Gesamt-KFZ-Verkehrsbelastung Traisental und widerspricht nationalen und internationalen Zielsetzungen. Ein entsprechendes Potenzial zur Verlagerung auf öffentliche Verkehrsmittel (Bahn) liegt gerade durch den erhöhten Pendlerverkehr nach St. Pölten vor; die dadurch erkennbaren Verkehrsspitzen wären durch Kapazitäten und Reserven im Schienenverkehr im Traisental problemlos zu bewältigen."