"Müssen alle Maßnahmen zur Eindämmung unterstützen"

Wir befragen die Player der heimischen Baubranche, welche Auswirkungen die Corona-Krise aktuell schon hat, wie sie vorgehen und was vielleicht noch kommen wird. **wird kontinuierlich upgedatet**

Von

Andreas Weikhart, Vorstandsmitglied WOHNBAUGENOSSENSCHAFT WIEN-SÜD (13.3., 10:45):

"Wie viele andere auch können wir nur jeweils ad hoc auf neue Erkenntnisse/Informationen/Vorgaben reagieren, man kommt nicht umhin, sich als Passagier zu fühlen.
 
Hinsichtlich der Schul(KIGA usw)- Schließungen haben wir die betroffenen Dienstnehmer*innen zur Betreuung freigestellt und dabei gebeten, soweit mit Betreuung und Arbeitsinhalt vereinbar, Homeoffice zu betreiben. Generell lässt sich erkennen, dass die Kommunikation insbesondere extern abflaut, die Terminkalender leeren sich rapide – zynisch könnte man meinen, jetzt sieht man, was alles offenbar nicht unbedingt erforderlich ist. Stand „jetzt“ läuft ansonsten der Betrieb „normal“ weiter, außer eben dass auch hier persönliche Kontakte, vor allem mit Externen, heruntergefahren wird – wobei dies meistens auf Gegenseitigkeit beruht (zB Wohnungsbesichtigungen).
 
Nachdem sich aber die Sachlage stündlich ändern kann, kann man auch als Geschäftsleitung keine belastbare Aussage treffen, als „Wien-Süd“ wollen wir zwar den größtmöglichen Schutz unserer Dienstnehmer*innen und deren Familien, aber auch Hysterie und Schnellschussaktionen vermeiden. Weiters trifft uns auch eine Verantwortung gegenüber unseren Mieter*innen, die sich im (Technik-)Notfall auch irgendwo hin wenden wollen. Letztlich haben wir aber auch ein Unternehmen nach wie vor wirtschaftlich zu führen. Dies war schon immer ein Balanceakt, der zur Zeit sicher nicht einfacher wird."

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Harald Kopececk, Geschäftsführer BAUAKADEMIE OBERÖSTERREICH (13.3., 10:47):

"Die BAUAkademie OÖ stoppt ab Mo 16.3. alle Präsenzveranstaltungen, voraussichtlich einmal bis 4.4.20. Wir werden aktuell noch mit einem blauen Auge davon kommen, weil unsere Bildungshochsaison schon vorbei ist.
 
Damit wollen wir die umfassenden Maßnahmen der Bunderegierung zur Eindämmung der Corona Pandemie unterstützen.
 
Mit dem Ausbildungsstopp ist auch die bewährte zwischenbetriebliche Ausbildung gestoppt. Hier sind wir aber bereits mit unserem erfolgreichen Onlinetrainingstool www.e-baulehre.at top gerüstet. Dieses Plattform kommt jetzt im Zuge der Schließungen aller Berufsschulen auch verstärkt zum Einsatz. Es zeigt sich wieder, dass die Bauwirtschaft in der Aus- und Weiterbildung eine führende Rolle einnimmt.
 
In der Bauwirtschaft wird die Situation natürlich spannend, so wie in allen anderen Betrieben auch spannend. Im schlimmsten Fall können ganze Baustellenteams in Quarantäne geschickt werden. Die Auswirkungen für die Betriebe, die jeweiligen Bauprojekte wären katastrophal. Umso wichtiger ist es, dass auch die Bauwirtschaft hier soweit als möglich alle Maßnahmen zur Eindämmung des Virus unterstützt."