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Brennertunnel-Koordinator Cox rechnet mit keiner Bauverzögerung

Verkehrsminister Österreichs und Deutschlands unterzeichneten Vertrag über nördliche Zulaufstrecke - höhere EU-Kofinanzierung in Sicht, weniger Geld von Österreich und Italien

Österreich Deutschland

Der EU-Koordinator für den Brenner-Basistunnel (BBT), der Ire Pat Cox, erwartet trotz der aktuellen Finanzkrise in Italien keine Bauverzögerung beim 64 km langen Großprojekt. Der Tunnel werde wie geplant im Jahr 2025 fertiggestellt sein, sagte Cox am Rande der Vertragsunterzeichnung für die nördliche Zulaufstrecke am Freitagnachmittag im bayerischen Rosenheim. Eine entsprechende Zusage der beiden Staaten Österreich und Italien sei erst kürzlich wieder im Rahmen bei einem zwischenstaatlichen Treffen von Vertretern der Ländern in Rom beschlossen worden.

Bis 2016 würden die beiden Staaten eine Mrd. Euro in den BBT investieren, das seien um insgesamt rund 800 Mio. Euro weniger als ursprünglich vorgesehen, berechnete der Projekt-Koordinator. Stattdessen sei geplant, dass die Europäische Union den Tunnel künftig mit 40 anstatt wie mit bisher 27 % im Rahmen der Transeuropäischen Netze (TEN) kofinanzieren werde. Ein entsprechender Beschluss müsse Ende des Jahres vom Europäischen Parlament getroffen werden, fügte Österreichs Verkehrsministerin, Doris Bures, hinzu. Man werde die "kostenintensiven Bauteile" auf die EU-Finanzierungsperiode 2014 bis 2021 verschieben, um eben diese höhere europäische Kofinanzierung lukrieren zu können. "Ich bin sehr froh, dass das Projekt trotz der Sparprogramme in den Ländern weiter voll auf Schiene ist und bleiben wird", zeigte sich Cox zuversichtlich.

Bures hatte am Freitag die im Jänner geplatzte Vertragsunterzeichnung mit ihrem deutschen Amtskollegen Peter Ramsauer (CSU) und in Anwesenheit des Tiroler Landeshauptmannes Günther Platter (V) über die nördliche Zulaufstrecke für den Brenner-Basistunnel nachgeholt. Damit wurde die gemeinsame Planung für den grenzüberschreitenden Ausbau der Bahnstrecke München-Rosenheim über die deutsch-österreichische Grenze nach Kundl und Radfeld fixiert. Im Jänner hatte die kurzfristige Vertragsverschiebung für Befürchtungen gesorgt, das Ministerium wolle von dem Tunnelprojekt abrücken. Mit der Unterzeichnung würde dann in Deutschland zumindest die Vorbereitung der Planung beginnen, während in Italien und Österreich bereits vor über einem Jahr die Hauptbauphase offiziell eröffnet wurde. Die geplante deutsche Zulaufstrecke und der damit verbundene Ausbau der Bahnstrecke München-Rosenheim-Kiefersfelden soll nach vorläufigen Schätzungen des deutschen Verkehrsministeriums 2,6 Mrd. Euro kosten.

White Paper zum Thema

Der BBT soll nach Angaben der BBT SE, die für die Planung und den Bau des Brennerbasistunnels verantwortlich ist, mit 64 km die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt werden. Sie gilt als das Kernelement des Korridorabschnitts München-Verona. Die Gesamtkosten werden mit Preisbasis vom 1. 1. 2009 mit 8 Mrd. Euro - vorausvalorisiert bis 2025 mit rund 9,7 Mrd. - beziffert. (apa/Red)