Österreich

BIP-Prognose für Österreich angehoben

Die Konsumentenstimmung ist auf hohem Niveau, die Industrie überdurchschnittlich optimistisch

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Konjunktur Österreich Geld

Zu Beginn des Frühjahrs hat sich die wirtschaftliche Lage in Österreich weiter aufgehellt. Der Konjunkturaufschwung verstärkt sich, getragen von einer überdurchschnittlich guten Konsumentenstimmung, einer optimistischen Industrie und anhaltender Stabilisierung auf dem Arbeitsmarkt. Die Bank Austria erhöht daher ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum (BIP) 2017 von 1,6 auf 1,8 Prozent.

Die spürbare Verbesserung der Konjunktur lasse die österreichische Wirtschaft den Wachstumsrückstand gegenüber dem europäischen Durchschnitt und auch Deutschland aufholen, der in den vergangenen zwei Jahren vorwiegend aufgrund einer schwächeren Binnennachfrage bestanden habe. "Wenn sich der derzeitige Kurs fortsetzt, könnte die österreichische Wirtschaft sogar erstmals seit dem Jahr 2013 wieder ein höheres Wachstum als der Euroraum erreichen", ist Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer optimistisch.

Der Bank Austria Konjunkturindikator erreichte im Februar mit 2,7 Punkten den besten Wert seit 2011. Die Verbesserung des Konjunkturklimas in Österreich sei im Februar vor allem auf die steigende Zuversicht der Konsumenten zurückzuführen. Erstmals seit Sommer 2011 übertreffe die Konsumentenstimmung in Österreich den langjährigen Durchschnitt. Während die positiven Effekte der Steuerreform abgemildert noch etwas nachwirkten, habe sich die langjährige Skepsis der heimischen Konsumenten vor allem durch die anhaltende Stabilisierung der Lage am Arbeitsmarkt gewandelt.

Sowohl die Stimmungsindikatoren als auch die bisher vorliegenden realen Wirtschaftsdaten zeichnen für die ersten Monate des Jahres 2017 ein gutes Konjunkturbild. Während im Dienstleistungssektor und am Bau die Hochstimmung vom Jahresbeginn leicht abgeflaut ist, bleibt der Optimismus in der Industrie ungebrochen. Die Einschätzung der Geschäftsaussichten in der heimischen Industrie war im Februar sogar so gut wie zuletzt im Frühjahr 2011.

Der Aufschwung der österreichischen Wirtschaft habe zu Jahresbeginn zudem an Stärke gewonnen, das Wachstumstempo dürfte sich im ersten Quartal 2017 sogar noch erhöht haben. "Mit Unterstützung sowohl der Binnen- als auch der Auslandsnachfrage dürfte sich der Anstieg des BIP im Startquartal sogar in Richtung 2 Prozent im Jahresvergleich bewegt und damit das stärkste Plus seit Sommer 2011 erreicht haben", erwartet Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl.

Die günstige Konjunkturentwicklung zeige sich in einem kräftigen Beschäftigungswachstum: Mit einem Beschäftigungsplus von 1,5 Prozent im Jahresvergleich werde es im laufenden Jahr voraussichtlich wieder gelingen, das steigende Arbeitskräfteangebot am Arbeitsmarkt unterzubringen. Angesichts des kräftigen Konjunkturaufschwungs sollte der bisher erwartete Anstieg der Arbeitslosenquote für 2017 doch nicht kommen. "Wir gehen derzeit von einer gegenüber dem Vorjahr unveränderten Arbeitslosenquote von 9,1 Prozent aus", so Bruckbauer.

Die Inflation sei im Aufwärtstrend, im Februar habe die Teuerung "bedingt durch eine ungünstige Kombination aus Ölpreisdynamik im Jahresvergleich und Wechselkursrelation" die Zwei-Prozent-Marke sogar übertroffen, aber vermutlich den diesjährigen Höhepunkt erreicht. Im Jahresdurchschnitt 2017 erwarten die Ökonomen der Bank Austria eine Teuerung von zumindest 1,8 Prozent und damit eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr. "Angesichts des aktuellen Inflationsauftriebs in ganz Europa, der sich in den kommenden Monaten auch über Sekundäreffekte in der Kerninflationsrate niederschlagen wird, sehen wir die Normalisierung der Geldpolitik in Europa näher rücken. Die Reduktion des Wertpapieraufkaufprogramms ab April kann als erster Schritt gesehen werden. Eine Anhebung der Leitzinsen erwarten wir nicht vor Ende des nächsten Jahres," meint Bruckbauer.