Österreich

BIG trotz Corona mit höherem Gewinn

Finden Sie hier Ergebnis und Hintergründe des ersten Halbjahrs 2021.

BIG Bilanz Österreich

Die BIG-Geschäftsleitung Hans-Peter Weiss und Wolfgang Gleissner

Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), die Immobilien im Bereich der öffentlichen Infrastruktur sowie Gewerbe- und Wohnimmobilien für private Mieter besitzt und entwickelt, hat sich auch heuer im ersten Halbjahr - mitten in der Coronakrise - gut entwickelt. Das Betriebsergebnis (EBIT) verbesserte sich per Ende Juni 2021 im Jahresabstand von 588,8 auf 664,8 Mio. Euro, wie aus dem Halbjahresbericht hervorgeht. Der Gewinn der Periode erhöhte sich von 421,4 auf 492,4 Mio. Euro.

Der um 71 Mio. Euro höhere Periodengewinn ist laut BIG auf "Bewertungseffekte und ein um 15,6 Mio. Euro besseres Equityergebnis" zurückzuführen. Im Finanzergebnis hätten negative Bewertungsergebnisse durch einen geringeren Zinsaufwand mehr als kompensiert werden können. Bezogen auf das konzerneigene Portfolio rechnet die BIG "aus derzeitiger Sicht mit keinen nennenswerten Abwertungen aufgrund der Covid-19-Pandemie".

Die durch Corona ausgelösten Turbulenzen, anhaltend niedrige Zinsen, risikobehaftete Aktienmärkte und sich beschleunigende Inflationsraten könnten mittelfristig sogar die starke Nachfrage nach Immobilien am Investmentmarkt weiter hochhalten und in resilienten Assetklassen sogar beschleunigen. Das Portfolio der Bundesimmobiliengesellschaft umfasst neben Bundesverwaltungsgebäuden, Schulen, Universitäten und Gefängnissen auch Wohn-, Büro- und Gewerbeimmobilien. Letztere sind im Segment ARE Austrian Real Estate GbmH ("ARE Bestandsgeschäft") zusammengefasst. Für die Projektentwicklung ist die Austrian Real Estate Development GmbH ("ARE Development") zuständig.

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Bei den Schulen, Universitäten und Spezialimmobilien sei es bis dato zu keinen Mietenreduktionen oder -stundungen gekommen. Auch im Wohn- und Büroportfolio habe es bisher "keine wesentlichen Mietausfälle" gegeben. Anders im Handel und in der Gastronomie: Im Einzelhandel, der aber nur rund 1 Prozent des Gesamtportfolios ausmache, sowie in der Gastro sei es "vereinzelt zu Mietenreduktionen im Zusammenhang mit Betretungsverboten während des Lockdowns bzw. zu Mietstundungen gekommen, die jedoch "keinen nachhaltigen Effekt auf die Fair Values zum 30. Juni 2021 ausgelöst haben". Die tatsächlichen langfristigen Auswirkungen der Pandemie, insbesondere wirtschaftlicher Natur, seien derzeit aber kaum prognostizierbar. Daher werde der Immobilienmarkt "laufend aktiv beobachtet".

Der Fair Value der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien stieg heuer im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 13,796 auf 14,431 Mrd. Euro. Die vermietbare Fläche erhöhte sich leicht von 7,3 auf 7,4 Millionen Quadratmeter. In die Instandhaltung flossen 49 Mio. (Vorjahreszeitraum: 44,4 Mio.) Euro. Die Umsatzerlöse gingen von 571,4 Mio. auf 620,8 Mio. Euro in die Höhe. 452,2 Mio. Euro (Vorjahr: 446,2 Mio.) Euro davon entfielen auf Mieterlöse.

Die für Immo-Konzerne wichtige Kennzahl FFO (Funds from Operations), die Rückschlüsse auf die operative Geschäftstätigkeit bzw. Rentabilität des Unternehmens erlaubt, stieg von 341,2 auf 349,1 Mio. Euro um 7,9 Mio. Euro geringfügig an. Der Wert wurde von der BIG exklusive Transaktionsergebnis und Ergebnis von Equity-bilanzierten Unternehmen sowie ohne Einmaleffekte und vor Steuern angegeben. Der Vorjahreswert sei dahingehend angepasst worden. Das operative Ergebnis aus dem Vermietungsgeschäft ohne Verkäufe und vor Steuern (FFO) beinhaltet also keine Verkaufseffekte und keine Ergebniseffekte im Zusammenhang mit Projektentwicklungen. Er bilde die "nachhaltige Ertragskraft der Bestandsimmobilien des BIG Konzerns" ab, heißt es im aktuellen Halbjahresbericht.

Der Immobilienkonzern nahm im Berichtszeitraum Abschreibungen in Höhe von 1,83 Mio. Euro vor, im Vorjahreszeitraum waren es mit 1,75 Mio. Euro etwas weniger. Das Neubewertungsergebnis war mit 273,3 Mio. Euro zwar deutlich höher als vor einem Jahr (188,4 Mio. Euro), aber wesentlich weniger als per Ende Dezember 2020 (343 Mio. Euro). Die starke Wertschwankung beinhalte Verluste aus der Neubewertung in Höhe von rund 91,8 Mio. Euro (31. Dezember 2020: minus 250,9 Mio. Euro) und Gewinne aus Neubewertung in Höhe von 365,1 Mio. Euro (31. Dezember 2020: plus 594 Mio. Euro). (APA)