Donnerstag, 16. Januar 2020 – Morning Briefing

Berliner Mietendeckel gut für Büros – Ikea kauft und renoviert erstmals in England – 86 Milliarden für deutsche Schieneninfrastruktur

Das Wichtigste des Tages in Kürze. Berlin/Deutschland: Investoren können sich auf Gewerbeimmobilien konzentrieren – London: Ikea kauft sein erstes Shoppingcenter im UK – Deutschland: Schienenausbau für die kommenden zehn Jahre beschlossen, Gleisbauberuf muss aufgewertet werden

Von
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Begriff des Tages:

„mortgage prisoners“, also „Hypothekengefangene“, werden in Großbritannien Besitzer von Wohnungen in Hochhäusern genannt, die derzeit weder verkaufen, noch eine neue Hypothek aufnehmen können. Grund ist das Grenfell Tower Feuer vor wenigen Jahren mit der Folge, dass die britische Regierung nun erst festlegen muss, ob Wohntürme neue Sicherheitsstandards einhalten müssen und wer für diese letztlich aufkommen soll. Etwa 600.000 Menschen allein in England sitzen nun auf de facto unverkäuflichen Wohnungen. Ihnen wird eine Wartezeit von sechs bis zwölf Monaten kommuniziert, doch einige Experten schätzen, es wird sehr viel länger dauern.

Deckel mit Folgen

Im vergangenen Jahr wurde in Deutschland der Rekordwert von 89,5 Milliarden Euro in Wohn- und Gewerbeimmobilien investiert - um 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Für 2020 werde ein kaum veränderter Wert erwartet, so Christian Schulz-Wulkow, Immobilienexperte bei der Beratungsfirma EY. Die Branche rechne nicht mit Folgen der Konjunktureintrübung in Deutschland. Investoren könnten angesichts der schärferen Regulierung für Wohnungen – Stichwort Mietendeckel etwa – mehr Geld in Büros stecken, heißt es in einer Umfrage von EY, an der rund 250 große Anleger wie Banken, Fonds und reiche Familien teilnahmen. "Sollte sich der regulatorische Rahmen auf dem Wohnimmobilienmarkt weiter verengen, ist ein Ausweichen der Investoren in andere Segmente sehr wahrscheinlich", sagt EY-Experte Paul von Drygalski. Welche weiteren Auswirkungen der Berliner Mietendeckel hat – auch weit über die Hauptstadt hinaus – lesen Sie hier!

Ikea baut nicht selbst zusammen

Ikea kauft Hammersmith’s Kings Mall, ein Shopping-Center in Westlondon. Der schwedische Konzern sucht Medienberichten zufolge auch nach anderen Lokalitäten in Nähe des Stadtzentrums. Es ist Ikeas erstes Shoppingzentrum im Vereinigten Königreich. Bisher betreibt das Unternehmen 44 Zentren weltweit, doch hat diese für gewöhnlich selbst erbaut. In den Kauf und die Renovierung in London werden nun 170 Millionen Pfund gesteckt. Im Königreich verlieren große Einkaufszentren derzeit deutlich an Wert und Investoren zeigen sich eher zurückhaltend.

Unterzeichnet

In Deutschland investiert der Bund in den kommenden zehn Jahren 86 Milliarden Euro in die Schieneninfrastruktur. Diese Woche wurde dafür die Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung, die LuFV III,  zwischen der Deutschen Bahn und dem Bundesverkehrsministerium unterzeichnet. Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie signalisiert, sind die Bauunternehmen zu einem den Aufgaben entsprechenden Personalausbau auch durchaus bereit – nur herrscht immer noch Fachkräftemangel, weshalb der Gleisbauberuf attraktiver gestaltet werden müsse. Es brauche aber auch neue und digitale Techniken, um die Produktivität zu erhöhen.

Unser Lesetipp des Tages: Wärmedämmung unschuldig an Grenfell-Brandkatastrophe

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