Donnerstag, 20. Februar 2020 – Morning Briefing

Bedingungsloses Wohnen in Finnland – Erstes Landzinshaus in Österreich – Dritte Piste kommt nun wirklich – Weniger Multi-Immobilien-Vermieter in Großbritannien

Das Wichtigste des Tages in Kürze. Finnland: Einziges EU-Land mit sinkender Obdachlosigkeit – NÖ: Erstes von vielen Landzinshäusern eröffnet – Wien/Schwechat: Letztes Gerichtsverfahren wegen dritter Flughafenpiste zu Ende – GB: Weniger steuerliche Vorteile für Vermieter mehrerer Immobilien

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Zitat des Tages:

„Wir mussten die Nachtunterkünfte und Kurzzeit-Hostels loswerden. Es gab sie schon sehr lange in Finnland und jeder konnte sehen, dass sie die Menschen nicht aus der Obdachlosigkeit herausholten. Wir beschlossen, die Voraussetzungen herumzudrehen.“

Juha Kaakinen, Chef der Y-Foundation, die sich für gefördertes und leistbares Wohnen in Helsinki einsetzt. Die Voraussetzungen, von denen er spricht, wurden lange verfolgt: Eine obdachlose Person muss mehrere Stufen schaffen, muss ihr Leben „wieder in den Griff bekommen“, um das Recht auf eine Bleibe zu erlangen. Seit diese Regelung umgedreht wurde und ein Dach über dem Kopf ein unbedingtes Recht ist, ist Finnland das einzige EU-Land, in dem Obdachlosigkeit sinkt. Die Initiative „Wohnen zuerst“ wollte zunächst 2.500 Wohneinheiten errichten – erreicht wurden 3.500 seit der Gründung 2008.

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Gestern, Mittwoch, wurde im niederösterreichischen Mitterndorf an der Fischa das erste sogenannte Landzinshaus Österreichs eröffnet. Dabei geht es um eine modulare Holzbauweise nach Lukas Lang Building Technologies. Entstanden sind in nur wenigen Monaten Bauzeit elf Wohneinheiten, angeboten werden sie zur Miete von durchschnittlich 7,90 Euro pro Quadratmeter und ohne Provision. 15 weitere solche Landzinshäuser entstehen derzeit, 85 sind in Planung. Oberösterreich, das Burgenland, Kärnten und die Steiermark sollen folgen. Für Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sind die Errichtungen Teil der Strategie leistbares Wohnen. Entwickler ist die LZH Landzinshaus, mehrheitlich im Besitz von Hans Peter Haselsteiner.

© Kurt Hoerbst
© Kurt Hoerbst

Ende und Anfang

Nun ist das vermutlich letzte Gerichtsverfahren gegen die dritte Piste am Flughafen Wien auch gescheitert. Der Verwaltungsgerichtshof als letzte Instanz hat der Gemeinde Parndorf beschieden, dass sie keine Parteienstellung hat und ihre Revision gegen ein gleichlautendes Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zurückgewiesen, wie der Flughafen Wien gestern, Mittwoch, mitteilte. Das burgenländische Parndorf war erst nach Genehmigung der dritten Piste durch das BVwG auf die Idee gekommen, Parteienstellung zu beantragen. Dieses Begehren wurde in allen Instanzen abgewiesen. Die dritte Piste soll in drei Phasen gebaut werden, wobei die erste Ausbaustufe auch die umfangreichste sein wird, da hier Geländeanpassungen vorgenommen werden müssen. Laut Stadt Wien wird der Bau rund drei Milliarden Euro kosten (apa/red)

Monopoly

In Großbritannien nimmt die Zahl jener Vermieter, die im Besitz mehrerer Vermietungsobjekte sind, ab. Der Grund dürfte in nachlassenden Steuervorteilen liegen. Diesen April wird die finale Phase der Steueränderungen eingeläutet. Als sich die ersten steuerlichen Veränderungen zeigten, 2017 bis 2018, ging die Zahl der Vermieter bereits von 159.000 auf 157.000 zurück – ein kleines Minus, das aber, wie Experten glauben, ein größeres ankündigte.  

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