Österreich

Asfinag-Chef Hufnagl: Lobautunnel bald, auch Waldviertel-Autobahn positiv

Zusätzlich äußerte sich der neue Mann an der Spitze auch über Tempo 140 und die Dividenden an den Staat.

ASFINAG Österreich Infrastruktur Hartwig Hufnagl

Den umstrittenen Lobautunnel in Wien sieht der neue Asfinag-Chef Hartwig Hufnagl als "lebensnotwendig für die ganze Straßen-Hauptschlagader, er entlastet die Südosttangente A23". Als möglichen Baubeginn im Freilandbereich sieht er 2019 oder 2020. "Und der Lobau-Tunnel dann 2021, 2022", so der Manager.

Auch der Waldviertel-Autobahn steht Hufnagl positiv gegenüber: "Der Idee einer Waldviertelautobahn kann ich sicher etwas abgewinnen, weil es zwei große Routen zusammenführt, die ein großes Wachstum erfahren werden - die Weinviertler Schnellstraße S3 und die Mühlviertler Schnellstraße S10." Bis die neue Autobahn steht, würde aber noch sehr viel Zeit vergehen. "In einem schnellen Ablauf - vielleicht beschleunigt durch ein Standortentwicklungsgesetz - brauchen wir auf jeden Fall zehn bis 15 Jahre."

Dass die staatliche Asfinag, die sich über die Mauteinnahmen finanziert, eine Dividende an den Staat zahlt, verteidigt Hufnagl. So wie die Asfinag aufgestellt ist als staatsnahes Unternehmen mit der Möglichkeit mit den Behörden zu kooperieren, ist es genau richtig. Und wir rechnen auch 2018 mit Mauteinnahmen in der Höhe von 2,2 Milliarden Euro. Davon können wir alle Investitionen abdecken und die notwendige Dividende zahlen", so Hufnagl. Für 2018 zahlte die Asfinag eine Dividende von 170 Mio. Euro.

Zusätzlich denkt Hufnagl über eine höhere Maut für Ausländer nach. "Ich glaube, wenn die deutschen Einwohner bevorzugt werden und das nicht diskriminierend ist, muss man sich das in Österreich sehr wohl anschauen, ob man dem in einer gewissen Analogie Folge leisten kann", sagte er im "Kurier" (Freitag-Ausgabe). Es könne nicht sein, "dass wir verharren".

"Das kann man unseren einheimischen Lenkern sicher nicht so mitteilen. Das möchten wir nicht. Aber da gehen wir Hand in Hand mit der Politik", so Hufnagl.

Und auch sonst ist er voll auf Linie mit Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ), dessen Kabinetts-Vizechef er vor seiner Rückkehr zur staatlichen Autobahnholding Asfinag war. Nachteile von Tempo 140 auf der Autobahn sieht Hufnagl nicht: "Beim Unfallgeschehen sieht man, dass es keine größeren Auswirkungen gibt, ganz im Gegenteil: In Niederösterreich ist die Zahl der Unfälle von 17 im Jahr davor sogar auf sechs gesunken. Auch was die Emissionen betrifft, gibt es keine Beeinträchtigung. Wir untersuchen gerade weitere Strecken." (APA)

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