Mittwoch, 01. April 2020 - Morning Briefing

Airbnb zahlt Entschädigungen für Gastgeber - zunehmende Kritik am Mietzahlungsstopp deutscher Handelsketten

Das Wichtigste in Kürze. Airbnb hat versprochen, Gastgeber zu entschädigen, die unter den Auswirkungen der Corona-Krise leiden. Die deutsche Politik und der Zentrale Immobilienausschuss üben scharfe Kritik an deutschen Handelsriesen, die wegen der Corona-Krise keine Miete mehr bezahlen wollen.

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„In dieser Situation müssen klare Regeln für die gesamte Wertschöpfungskette im Baubereich definiert werden“, fordert Präsident des Verbandes Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke Franz Josef Eder. Nach der Einigung der Sozialpartner über die Bedingungen der Wiederaufnahme der Bautätigkeit in Österreich seien noch einige Fragen unklar und es bestehe weiterhin Rechtsunsicherheit in vielen Bereichen, wie etwa der Definition hygienischer Standards, oder der Frage, wie mit Baustellenverzögerungen umgegangen werden soll.

Airbnb: Rückerstattungen für Gastgeber

Der Wohnungsvermittler Airbnb will seinen unter der Corona-Krise leidenden Gastgebern Entschädigungen in Höhe von insgesamt 250 Millionen Dollar (227 Millionen Euro) zahlen. Die Gastgeber, die über die Plattform ihre Wohnungen anbieten, sollen bei durch die Pandemie bedingten Stornierungen 25 Prozent ihres Mietpreises von Airbnb gezahlt bekommen, wie das US-Unternehmen am Montag mitteilte. Die Entschädigungszahlungen sollen bei Stornierungen von Wohnungsbuchungen für den Zeitraum zwischen dem 14. März und dem 31. Mai gezahlt werden. Für diesen Zeitraum bietet Airbnb den potenziellen Gästen bei Stornierungen volle Rückerstattungen oder entsprechend hohe Gutschriften für künftige Buchungen an. (APA/red)

Kritik am Mietzahlungs-Stopp deutscher Handelsriesen

Die Ankündigung großer Handelsketten in Deutschland, wegen der Ladenschließungen in der Corona-Krise ihre Mietzahlungen einzustellen, hat empörte Reaktionen hervorgerufen. Der Spitzenverband der Immobilienwirtschaft (ZIA) nannte das Vorgehen "rechtlich und moralisch bedenklich". Auch Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) und Verkehrsminister Andreas Scheuer (CDU) übten scharfe Kritik am Vorgehen der Unternehmen. Andere Konzerne wie Deichmann, Puma und H&M wollen Berichten zufolge ihre Mietzahlungen ebenfalls aussetzen. Der Deutsche Bundestag hatte in dieser Woche ein Gesetz verabschiedet, wonach Mieter wegen Zahlungsrückständen infolge der Pandemie drei Monate lang nicht gekündigt werden können. Die Regelung bezieht sich auf Wohn- und Gewerbemieten und gilt zunächst bis Ende Juni. Der deutsche Sportartikelkonzern Adidas hat auf die harsche Kritik der deutschen Politik reagiert: Er zahlt zumindest privaten Vermietern seiner Filialen ungeachtet der Schließungen in der Corona-Krise unverändert die Miete. "Wir haben sie ausgenommen, sie werden ihre April-Miete wie gewohnt erhalten", sagte Unternehmenschef Kasper Rorsted der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". (APA/red)

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