Österreich

A3: wird sie jetzt nicht weiter gebaut?

Die Politik schlägt wieder zu. Burgenlands-Landesrat Doskozil droht mit Verweigerung des Weiterbaus der Autobahn.

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Die Asfinag müsse sich um das Einvernehmen mit den Kommunen bemühen, erklärte Doskozil.

Verkehrslandesrat Hans Peter Doskozil (SPÖ) hat sich am Donnerstag hinter die von der geplanten Verlängerung der Südostautobahn (A3) betroffenen Gemeinden gestellt. Ohne deren Zustimmung werde sich auch das Land Burgenland gegen die Erweiterung bis zur Staatsgrenze zu Ungarn aussprechen, erklärte Doskozil. Dies sei auch dem Verkehrsministerium mitgeteilt worden.

"Entweder es passt für alle Gemeinden, dann wird es eine Verlängerung der A3 geben. Wenn es für eine Gemeinde nicht passt, dann wird es keine Verlängerung der A3 geben", sagte der Landesrat. Ein Weiterbau ohne die Zustimmung der Kommunen wäre ein "fataler Fehler". Auch Landesrätin Astrid Eisenkopf (SPÖ) bekräftigte diese Position. Das Land wolle in dieser Sache "auf keinen Fall drüberfahren".

Derzeit mündet die Autobahn beim Knoten Eisenstadt in die Bundesstraße 16. Vom Weiterbau bis zur Staatsgrenze wären Siegendorf, Zagersdorf, Wulkaprodersdorf und Klingenbach betroffen. Für Doskozil braucht es aber auch das Einvernehmen von Großhöflein und Müllendorf, wo die Autobahn bereits besteht. In diesen zwei Gemeinden werden seit Längerem Lärmschutzmaßnahmen entlang der A3 gefordert.

Aus burgenländischer Sicht handle es sich bei der Verlängerung der Südostautobahn ausschließlich um eine Transitroute, die sich zur Ausweichstrecke für die Ostautobahn (A4) entwickeln werde, meinte der Landesrat. Für das Burgenland isoliert betrachtet sei nicht erkennbar, welchen Mehrwert die Erweiterung habe.

Die Asfinag müsse sich nun um das Einvernehmen mit den Kommunen bemühen, erklärte Doskozil. Dabei gebe es durchaus Möglichkeiten in Form von Einhausungen, Untertunnelungen und Lärmschutzmaßnahmen. Bezüglich deren Finanzierung sei es denkbar, die Transitverursacher für die Kosten aufkommen zu lassen, etwa durch eine Sondermautstrecke.

Doskozil berichtete auch von Gesprächen über die geplante Bahnschleife bei Wulkaprodersdorf. Eine Bürgerinitiative hatte zuletzt gegen deren Bau demonstriert. Der Landesrat kündigte nun an, im ersten Halbjahr eine Lösung bezüglich der Trasse, des Verkehrskonzeptes und der vorgesehenen Park and Ride-Anlage finden zu wollen. (APA)

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